Mittwoch, 21. Oktober 2015

Die letzten Tage der Germanwings

Die Tage der Fluggesellschaft Germanwings sind gezählt. Obwohl die Marke noch ein paar Wochen und die Schriftzüge auf den Flugzeugen vielleicht noch über Jahre zu sehen sein werden, geht das wesentliche Geschäft an diesem Sonntag (25. Oktober) auf die Nachfolgerin Eurowings über.

Germanwings geht, Eurowings kommt.
Germanwings geht, Eurowings kommt. - Foto: © APA/EPA

Der Name Germanwings wird noch auf lange Zeit mit dem vom Co-Piloten Andreas Lubitz herbeigeführten Absturz des Airbus mit der Flugnummer 4U9525 verbunden werden, bei dem im Frühjahr 149 Opfer und der Verursacher selbst ums Leben kamen.

Der Markenwechsel aus unternehmensstrategischen Gründen war aber schon vor dem 24. März beschlossene Sache, sodass die Tragödie in den französischen Seealpen den Umbau eher verzögert als beschleunigt hat. 

Die Marke Germanwings wird laut Lufthansa zum Jänner aus Werbung, Internet und Vertrieb verschwinden. Die Flugzeuge werden den Schriftzug so lange tragen, wie ihre Crew noch zu Lufthansa-Tarifen fliegt, dann wird auf Eurowings umlackiert.

Flogen bisher die 23 Jets der Eurowings im Auftrag der Germanwings, ist es künftig genau umgekehrt. 

Die bisher noch in Düsseldorf und bald in Köln beheimatete Lufthansa-Tochter Eurowings wird mit Beginn des Winterflugplans zum Vertragspartner der Germanwings-Kunden. Sie trägt zugleich die Hoffnungen des AUA-Mutterkonzerns, sich im Kampf gegen Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair behaupten zu können.

Dabei hatte die 2002 als Billigflieger gegründete Germanwings in ihrer wechselvollen Geschichte zuletzt sogar Erfolge vorzuweisen. Seit 2012 hat sie von der Lufthansa schrittweise die bis dahin extrem defizitären Europaflüge abseits der Drehkreuze München und Frankfurt übernommen und ist zur drittgrößten deutschen Fluggesellschaft aufgestiegen.

dpa

stol