Donnerstag, 24. Mai 2018

Die Licht- und Schattenseiten des Gastgewerbes

Das Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen WIFO hat 200 Abgänger der Gastgewerbeschulen in Südtirol zu den Stärken und Schwächen der Arbeit im Gastgewerbe befragt. Obwohl es viele positive Seiten gibt, bleiben die Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Herausforderung.

Badge Local
Foto: © shutterstock

Der Großteil der befragten Absolventen, die vor 5 Jahren die Schule abgeschlossen hatten, zeigt sich sehr zufrieden mit der Ausbildung und würde noch einmal denselben Weg einschlagen.

Die hohe Attraktivität des Ausbildungssystems zeige sich laut Experten auch daran, dass überdurchschnittlich viele Abgängeren die vielfältigen Berufsmöglichkeiten in diesem Sektor wahrnehmen. 5 Jahre nach der Ausbildung sind rund drei Viertel (73,5 Prozent) im Gastgewerbe tätig.

Die Schulabgänger empfinden, so zeigt die Studie, die meisten untersuchten Aspekte der Arbeit im Gastgewerbe überwiegend positiv. Am besten bewertet werden die internationalen Arbeitsmöglichkeiten sowie der gut erreichbare oder nahe Arbeitsort. Auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes sowie die Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung wurden in der Studie gelobt.

Überwiegend gut bewertet wird auch die Wertschätzung durch den Gast sowie die Höhe des Einkommens. Befragt nach den größten Vorteilen der Arbeit im Gastgewerbe nennen die Absolventen den Kontakt mit Menschen, eine abwechslungsreiche und spannende Tätigkeit, das Einkommen und die persönliche Weiterentwicklung.

Etwas kritischer wird hingegen das Image der Branche bei der Bevölkerung eingestuft. Eindeutig negativ aber schneiden die Arbeitsbedingungen (zu lange Arbeitszeiten, Arbeiten am Wochenende/Feiertage) und die häufig damit zusammenhängende schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab. Nachteilig empfinden die Befragten auch die zum Teil hohe psychische (Stress) und körperliche Belastung.

Zusammengefasst deuten die Ergebnisse sowohl auf ein hochqualitatives Ausbildungssystem für das Gastgewerbe in Südtirol hin als auch auf großteils sehr attraktive Arbeitsbedingungen. Allerdings gebe es auch klare Herausforderungen, um die Attraktivität weiter zu sichern bzw. zu verbessern.

„Die Gastgewerbeausbildung ist eine hervorragende in unserem Lande. Innovative Arbeitszeitmodelle (z.B. Job Sharing) sowie Angebote für berufstätige Eltern würden die Attraktivität der Arbeitsplätze im Gastgewerbe erhöhen“, betont der am Mittwoch in seinem Amt bestätigte Handelskammerpräsident Michl Ebner.

HGV-Präsident Manfred Pinzger ergänzt: „Die Studie der Handelskammer liefert uns viele Erkenntnisse zur schulischen Ausbildung im Gastgewerbe. Sehr erfreulich ist, dass rund drei Viertel der Abgänger aus unseren gastgewerblichen Schulen fünf Jahre nach der Ausbildung weiterhin im Gastgewerbe tätig sind. Der HGV ist sich bewusst, dass man neue Konzepte und Arbeitsmodelle braucht, um Beruf und Freizeit und Beruf und Familie noch besser in Einklang bringen zu können. Wir werden unsere Mitglieder dabei begleiten und bei diversen Veranstaltungen und Weiterbildungskursen darüber sensibilisieren.“

stol

stol