Rom plant die Arbeitslosenunterstützung für 2 Monate zu verlängern. „Das ist aber zu wenig“, sagt ASGB-Chef Tony Tschenett. Diese Leute müssten nämlich mit einem Arbeitslosengeld von 200 bis 700 Euro auskommen. Daher müsse auch das Land Südtirol unterstützend einspringen. „Aber leider fehlt oftmals der politische Wille.“<BR /><BR /><BR /><i><BR />Von Arnold Sorg</i><BR /><BR /><BR />Weit über 10.000 Beschäftigte im Tourismus und im Handel stehen derzeit ohne Gehalt und Arbeitslosengeld da. „Die Situation ist wirklich dramatisch“, sagt Tschenett. „Es ist daher positiv, dass die römische Regierung zugesagt hat, die Arbeitslosenunterstützung zu verlängern“, sagt er. Bloß: „Das ist zu wenig.“ <BR /><BR />Die Arbeitslosenunterstützung mache monatlich nämlich netto 200 bis 700 oder 800 Euro aus. „Das ist eindeutig zu wenig“, so der Gewerkschafter. Wenn man in Miete wohne, dann sei dieses Geld alleine schon dafür aufgebraucht. „Daher ist es dringend notwendig, dass zusätzlich zur Arbeitslosenunterstützung auch das Land noch eine finanzielle Hilfe gewährt.“ <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-47596320_quote" /><BR /><BR /><BR />Tschenett fordert eine Öffnung der Soforthilfe für alle betroffenen Saisonangestellten. „Die Kriterien müssen dahingehend abgeändert werden, dass auch diese Personen die Soforthilfe in Anspruch nehmen können.“ Soziallandesrätin Waltraud Deeg habe ihm zugesagt, diese Thematik in der Landesregierung vorzubringen. „Ich hoffe, dass dann aber wirklich etwas passiert“, so Tschenett. Er habe nämlich den Eindruck, dass die Politik in Südtirol die Dramatik dieses Problem vollkommen unterschätze. Mehr noch: „Oftmals scheint sogar der politische Wille zu fehlen.“ <BR /><BR />Man gehe in mehreren Bereichen einen Sonderweg, „dann soll die Politik auch hier einen Sonderweg beschreiten“, fordert der Gewerkschafter. „Es geht um die Existenz von Tausenden Personen.“ Zudem müsse die Politik auch vorausschauen und den kommenden Ereignissen vorbauen: „Wenn Ende März der Kündigungsstopp ausläuft, dann ist mit einem deutlichen Anstieg an Entlassungen zu rechnen.“ Darauf, so Tschenett, müsse sich die Politik jetzt schon vorbereiten und nicht erst, wenn es soweit ist. „Wir brauchen jetzt schon einen Plan, wie es weitergehen soll.“ Man dürfe diese Problematik nicht auf die leichte Schulter nehmen, wie es die Politik derzeit zu tun scheine, sagt Tschenett. <BR /><BR />Kritik äußert er auch an den Arbeitnehmern in der SVP: „Sie melden sich zu diesem Thema nicht zu Wort.“ Es könne doch nicht sein, dass sie sich bei einem solchen Problem nicht einbringen würden, beklagt der Gewerkschafter die mangelnde Unterstützung. „Da muss ich mich schon fragen: Wo sind die Arbeitnehmer in der SVP?“<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-47596324_quote" /><BR /><BR /><BR />„Erstens fordern wir mehr Geld für das Sozialressort, damit wir diese Förderschiene erweitern und fördern können“, heißt es von den SVP-Arbeitnehmern. „Zweitens, denn das hat uns diese Krise vor Augen geführt, müssen Arbeitsmodelle, wie etwa im Tourismus und in der Saisonarbeit, neu verhandelt werden.“ <BR /><BR />Das Ziel müsse es sein, Saisonangestellte in Ganzjahresstellen zu bekommen, um die Zeit außerhalb der Saison nicht immer mit Arbeitslogengeld überbrücken zu müssen. „Der Ball liegt hier allerdings bei den Sozialpartnern, denen die SVP-Arbeitnehmer im Rahmen ihrer Möglichkeiten volle Unterstützung zusagen“, heißt es von den Arbeitnehmern – wohl auch auf die Kritik von Tschenett. <BR /><BR />„Es muss nicht lange darum herumgeredet werden“, sagen die SVP-Arbeitnehmervorsitzende Magdalena Amhof und ihre Stellvertreterin Waltraud Deeg: „Die Lage, in der sich insbesondere Beschäftigte im Tourismus und der Saisonarbeit befinden, ist kritisch und es besteht dringender Handlungsbedarf.“ Jetzt müsse man sich aber darüber unterhalten, die Förderschienen zu erweitern und zu ergänzen. „Dafür wird aber eine Umverteilung von Geldern notwendig, denn der Geldtopf ist nicht unendlich.“