1968 hat Irmgard Staffler Ploner das Lebensmittelgeschäft mit ihrem Mann Johann übernommen. Sie brachte sechs Kinder zur Welt und hat 16 Enkel und drei Urenkel. „Mein Urlaub war, wenn ich ein Kind bekommen habe“, erzählt die aufgeweckte 85-jährige St. Pankrazerin. „Früher durfte man zwölf Tage im Krankenhaus bleiben, wenn man entbunden hat.“ „Als wir Kinder groß genug waren, haben wir unsere Eltern auf Urlaub geschickt“, erinnert sich Sohn Julius Ploner.<BR /><BR />Trotz des eigenen Lebensmittelgeschäfts, das ihre Mutter für Irmgard Staffler erworben hatte, war die finanzielle Situation nicht so rosig. „Wir mussten sparen, damit die Kinder die Schule besuchen konnten“, blickt sie zurück. „Aufs Pizzaessen mussten wir verzichten. Am Wochenende sind wir zur Familie meines Mannes nach Gröden gefahren. Dort waren die Kinder im Sommer auch auf der Alm.“<BR /><BR />Irmgard Staffler steht immer noch montags bis samstags im Market Ploner. Ihr Tag beginnt um fünf Uhr. Noch vor sechs Uhr steht sie im Geschäft. „Die intensivste Zeit ist bis 8.30 Uhr“, sagt Julius Ploner, der seine Mutter im Geschäft unterstützt. Von 12 bis 15 Uhr ist der Nahversorger geschlossen, da bleibt Zeit für die Bestellungen. Am Nachmittag ist das Lebensmittelgeschäft bis 18.30 Uhr geöffnet. Irmgard Stafflers Arbeitstag endet gegen 19.30 Uhr.<BR /><BR />Das Arbeiten ist sie gewöhnt. Sie musste von klein auf arbeiten, als Kind half sie im Sommer bei Bauern. Dennoch stellt sie fest, dass das Leben hektischer und stressiger geworden ist. Das fällt sogar Enkel Maximilian auf.<BR /><BR />Irmgard Staffler würde gerne einen Mitarbeiter anstellen, aber „heute haben die Leute eine andere Einstellung zum Arbeiten“, bedauert sie. „Alle wollen viel Geld und Teilzeit. Ich bin froh, dass ich noch so gut bin.“<BR /><BR />Die ganze Familie hilft mit, damit das Geschäft läuft, auch Enkel Maximilian, der Unternehmensführung studiert und überlegt, wie er sein Wissen in das Geschäft einbringen könnte. „Man darf die Arbeit nicht als Arbeit sehen“, sagt Julius Ploner, „sonst würde sich das alles nicht auszahlen.“ Das bestätigt auch Irmgard Staffler: „Wir machen das für die Dorfgemeinschaft.“ „Sie ist Auskunftsbüro für Touristen, für Telefonnummern und vieles mehr“, schmunzelt der Sohn.<BR /><BR />Auch wenn viele St. Pankrazer die Großeinkäufe auswärts erledigen, die Grundnahrungsmittel sind im Market Ploner gefragt. „Alles was die Leute schnell brauchen“, sagt Irmgard Staffler. In der Früh kommen viele Zeitungsabonnenten und holen ihre Zeitung im Geschäft ab, weil die Post zu schlecht funktioniert.<BR /><BR />Das Sortiment hat sich gegenüber früheren Jahrzehnten verändert. „Früher gab es im Geschäft auch Konfektion“, erinnert sich die Kauffrau. „Die Schulsachen sind früher besser gegangen“, weiß Enkel Maximilian. „Heute fahren die Leute dafür nach Lana, da ist die Auswahl größer.“<BR /><BR />2001 wurde der Market Ploner umgebaut. Eine Veränderung wäre auch jetzt nötig, aber zuerst muss klar sein, wie es mit dem Geschäft weitergeht.<BR /><BR />Stolz ist die Familie, dass Irmgard Staffler im Alter von 60 Jahren die Digitalisierungsoffensive von Golmarket problemlos mitgemacht hat, obwohl sie aus finanzielle Gründen keine Mittelschule besuchen konnte. Auch im Internet ist sie unterwegs. Das Kopfrechnen ist aber trotzdem bist heute ihre Stärke geblieben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1367586_image" /></div>