Freitag, 27. April 2018

Die Südtiroler sind fleißige Bienchen

Mehr als 75 Prozent der 15- bis 64-Jährigen in Südtirol arbeiten. Das zeigen die neusten Zahlen des Landesamts für Statistik ASTAT. Die Arbeitslosenquote lag hingegen bei 3,1 Prozent - die meisten davon stammen aus dem Ausland.

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Foto: © shutterstock

435.000 in Südtirol ansässige Personen waren im Jahr 2017 im erwerbsfähigen Alter, also mindestens 15 Jahre alt. Bewohner von Altersheimen, Kasernen, Klöstern und ähnlichen wurden in der Studie nicht berücksichtigt. 

Von diesen 435.500 Personen beteiligten sich 261.100 am Erwerbsleben, der Großteil davon als Erwerbstätige (96,9 Prozent), der Rest als Arbeitsuchende (3,1 Prozent). Die restlichen 174.300 Personen gelten laut Definition des italienischen Amts für Statistik Istat als Nichterwerbspersonen, da sie entweder nicht auf Arbeitsuche sind oder nicht bereit, innerhalb von zwei Wochen zu arbeiten. Hierzu zählen etwa Schüler, Studenten, Rentner oder Hausfrauen.

Weiterhin arbeiten mehr Männer als Frauen

Als Konsequenz der Rentenreformen, die in den letzten Jahren in Kraft getreten sind, zeigen die Daten strukturelle Änderungen. So ist die Anzahl der Frauen, die im Alter zwischen 55 und 59 Jahren arbeiten, von 66,4 Prozent im Jahr 2016 auf 74,3 Prozent im Jahr 2017 angestiegen. Und auch für die Männer stieg die Erwerbsquote für diese Altersklasse von 85,5 Prozent auf 87,3 Prozent. Die insgesamte Veränderung für alle Arbeitskräfte entwickle sich jedoch leicht negativ, sie sank um 0,2 Prozentpunkte auf 75,3 Prozent.

Wie schon in der Vergangenheit bleibt der Unterschied laut Experten des Astat zwischen Frauen und Männern markant: So arbeiteten 2017 68,6 Prozent der Frauen zwischen 15 und 64 Jahren, bei den Männern 81,8 Prozent. Dies natürlich aufgrund familiärer Verpflichtungen, da vor allem Frauen in der Altersklasse zwischen 25 und 39 Jahren aufgrund der Betreuung der Kleinkinder zu Hause sind. Die höchsten Erwerbsquoten weisen bei den Männern die 30- bis 34-Jährigen, bei den Frauen dagegen die 45- bis 49- Jährigen auf. Ab 60 Jahren zeigt die Erwerbsquote bei beiden Geschlechtern einen starken Rückgang.

76 Prozent arbeiten in Vollzeit - Teilzeit aus familiären Gründen

Von den 253.100 Erwerbstätigen im Jahr 2017 sind 22,1 Prozent selbstständig und 77,9 Prozent unselbstständig tätig. Während bei den Männern 27 Prozent als Selbstständige arbeiten, trifft dies nur auf 16 Prozent der Frauen zu. Die meisten Selbstständigen sind Unternehmer, Freiberufler oder selbstständige Arbeiter. Ihre Anzahl nimmt jedoch leicht ab.

76 Prozent aller 2017 Erwerbstätigen waren vollzeit- und 24 Prozent teilzeitbeschäftigt. Wie in den Jahren zuvor arbeitet ein großer Teil der Beschäftigten aus familiären Gründen in Teilzeit (50,4 Prozent). Auch deshalb sind wiederum viel mehr Frauen (84,2 Prozent) als Männer (15,8 Prozent) teilzeitbeschäftigt.

83,5 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen haben ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. 2017 ist die Anzahl der Frauen mit befristetem Arbeitsverhältnis gesunken, bei den Männern hingegen leicht angestiegen.

Männer arbeiten öfters nachts, Frauen öfters am Wochenende

17,5 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten im Jahr 2017 mindestens zweimal wöchentlich zwischen 20 und 23 Uhr abends, während 7 Prozent mindestens zweimal wöchentlich nach 23 Uhr arbeiten. 34,2 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten zudem mindestens zweimal pro Monat samstags, während 18,9 Prozent gleich oft von Sonntagsarbeit betroffen sind.

Die Daten zeigen, dass Männer öfter als Frauen abends oder nachts arbeiten, während Frauen öfter als Männer samstags oder sonntags beschäftigt sind.

Arbeitslosenquote sinkt auf 3,1 Prozent

Im Jahr 2017 waren durchschnittlich 4600 Frauen und 3400 Männer auf Arbeitsuche. Die Arbeitslosenquote (Anteil der Arbeitsuchenden an den Erwerbspersonen) belief sich insgesamt auf 3,1 Prozent gegenüber 3,7 Prozent im Vorjahr. Die Frauenarbeitslosigkeit betrug 3,9 Prozent und die Männerarbeitslosigkeit 2,4 Prozent.

Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren betrug die Arbeitslosenquote 10,2 Prozent, im Vorjahr lag sie noch bei 8,8 Prozent. 

Unter den 8000 Arbeitsuchenden im Jahr 2017 waren 3300 (41,7 Prozent) langzeitarbeitslos, das heißt seit einem Jahr oder länger aktiv auf Arbeitsuche. Die Zahl der Kurzzeitarbeitslosen (0-5 Monate) liegt bei 48,6 Prozent. 

Die Arbeitslosenquoten unterscheiden sich sowohl nach Wohngebiet als auch nach Staatsbürgerschaft. So beträgt die Arbeitslosenquote in der Landeshauptstadt Bozen 5,6 Prozent, während sie sich im restlichen Südtirol im Schnitt auf 2,4 Prozent beläuft. Noch größer sind die Unterschiede zwischen der Wohnbevölkerung mit Staatsbürgerschaft eines EU-Landes (inklusive Italien) und den ansässigen Nicht-EU-Bürgern. Im ersten Fall beläuft sich die Quote auf 2,4 Prozent, im zweiten auf 14,3 Prozent.

40 Prozent haben keine Arbeit - und suchen sie auch nicht

Von den 435.500 Personen im erwerbsfähigen Alter sind 174.300 (40 Prozent) Nichterwerbspersonen. Dazu zählen jene, die zwar im erwerbsfähigen Alter sind, jedoch weder arbeiten noch aktiv auf Arbeitsuche sind. Von diesen sind 47,9 Prozent jünger als 65.

Gemäß Eigendefinition der befragten Personen befinden sich von den Männern 67,3 Prozent im Ruhestand und 25,7 Prozent sind Studenten. Auch von den Frauen sind am meisten, nämlich 41,8 Prozent, im Ruhestand, während 34,6 Prozent Hausfrauen sind. Die Studentinnen machen 18,7 Prozent aus. 

stol

stol