Während italienweit laut Confcommercio in den vergangenen 10 Jahren über 111.000 Geschäfte geschlossen und nicht ersetzt wurden ( <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/100000-geschaefte-haben-italienweit-dicht-gemacht-und-in-suedtirol" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">wir berichteten</a>), halten sich hierzulande Betriebsschließungen und Neueröffnungen noch in der Waage.<BR /><BR />Dennoch ist in manchen Bezirken die Anzahl der Geschäfte leicht zurückgegangen – besonders im Vinschgau und im Unterland-Überetsch. Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben 11 Gemeinden beschlossen, Betriebs-Neueröffnungen – und zum Teil auch Betriebsübernahmen oder Umbauten – im historischen Ortskern finanziell zu fördern. <BR /><BR />Zu den 11 Gemeinden gehören im Vinschgau: Mals, Latsch, Schluderns und Kastelbell/Tschars und im Bezirk Bozen Land bzw. Überetsch-Unterland: Ritten, Völs, Eppan, Montan, Neumarkt, Truden und Tramin. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1008152_image" /></div> <h3>Die Beispiele Schluderns und Montan</h3>Dass sich solch eine Förderung positiv auf die Ortsentwicklung auswirken kann, zeigt das Beispiel Schluderns.<BR /><BR /><embed id="dtext86-63919651_quote" /><BR /><BR />„Seitdem die Gemeindeverwaltung die Verordnung 2022 erlassen hat, haben sich bereits ein Architektenbüro und eine Baufirma im Ortskern niedergelassen“, erklärt der Schludernser Bürgermeister Heiko Hauser. Eine weitere Geschäfts-Neueröffnung sei dieses Jahr bereits geplant und auch diese werde mit einem außerordentlichen Beitrag gefördert. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63919655_quote" /><BR /><BR />Auch in der Gemeinde Montan stehe eine Neueröffnung – unterstützt durch den außerordentlichen Beitrag – dieses Jahr womöglich in Aussicht. „Uns als Gemeinde war es wichtig, mit der Förderung ein Zeichen an die lokale Wirtschaft zu senden und unsere Wertschätzung zu zeigen, denn es ist ein großer Tropfen Lebensqualität, eine funktionierende Nahversorgung zu haben“, sagt die Montaner Bürgermeisterin Monika Delvai Hilber. <BR /><BR />Wer Förderbeiträge bekommt, regeln klare Kriterien, die je nach Gemeinde unterschiedlich definiert sind. „In Schluderns werden sowohl Neueröffnungen, Aus- und Umbauten von Geschäften als auch Übernahmen von bestehenden Tätigkeiten im historischen Ortskern gefördert“, erklärt Hauser. <BR /><BR />Gefördert werden Geschäfte mit einer maximalen Verkaufsfläche von 250 Quadratmetern. Berechtigt sind Handwerksbetriebe (ohne Lärmbelästigung), Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe sowie Freiberufler. Maximal werden 10.000 Euro pro Betrieb gefördert bzw. 90 Prozent der anerkannten Kosten. Wer den Beitrag erhält, verpflichtet sich, für mindestens 3 Jahre eine kontinuierliche Tätigkeit zu gewährleisten. Ähnlich sind die Kriterien auch in Montan, wobei dort maximal 5000 Euro pro Betrieb gezahlt werden. <h3> Moser: „Es könnten weit mehr Gemeinden sein“</h3>Der Wirtschaftsverband hds begrüßt, dass 11 Gemeinden mit Förderungen Leerständen entgegenwirken möchten. „Es könnten aber weit mehr Gemeinden sein“, sagt hds-Präsident Philipp Moser. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1007993_image" /></div> <BR />Zwar sei man sich bewusst, dass es für das Leerstandsmanagement und die Sicherung lebendiger Orte eine Reihe von Maßnahmen brauche und nicht nur Förderungen. „Aber diese helfen, auch neue Unternehmen für neue Tätigkeiten zu motivieren und zu animieren sowie Orte wirtschaftsfreundlicher aufzustellen als andere Gemeinden, die keine Beiträge vorsehen“, betont der hds-Präsident. <BR /><BR />Er appelliert somit an die anderen Gemeinden, verstärkt in Ortsentwicklung zu investieren und Beiträge zu gewähren.