Der Gläubigerausschuss kontrolliert und unterstützt den Insolvenzverwalter und kann bei wichtigen Entscheidungen mitreden, etwa wenn Vermögenswerte verwertet werden. Formal hat er die Interessen der gesamten Insolvenzmasse zu vertreten, nicht jene einzelner Gläubiger. Das macht den Fall besonders heikel. <BR /><BR />Wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, haben insgesamt 32 Gläubiger Forderungen von rund 1,7 Milliarden Euro gegen Benkos Laura-Privatstiftung angemeldet. Anerkannt wurde bisher nur ein Bruchteil davon: 32,7 Millionen Euro. Der Rest wird vom Masseverwalter Stefan Geiler bestritten oder ist nur bedingt anerkannt.<h3> Die größten Gläubiger</h3>Den größten Brocken machen Forderungen aus Abu Dhabi aus. Mehrere Gesellschaften des Staatsfonds Mubadala aus den Vereinigten Arabischen Emiraten verlangen zusammen rund 1,1 Milliarden Euro. Grundlage ist laut Bericht ein rechtskräftiger Schiedsspruch eines internationalen Schiedsgerichts, der letztlich zur Insolvenz der Laura-Privatstiftung geführt hat. Geiler hat die Forderungen von Mubadala allerdings zur Gänze bestritten, unter anderem weil in Österreich noch keine Vollstreckbarerklärung vorliege.<BR /><BR />Doch Mubadala ist nicht der einzige Großgläubiger aus dem arabischen Raum. Laut „TT“ fordert auch die „Saudi Third Investment Company“ mit Sitz in Riad rund 72 Millionen Euro. Noch deutlich mehr verlangt die AM 1 Real Estate Investment Management S.C.S.P. mit Sitz in Luxemburg: Sie hat knapp 363 Millionen Euro angemeldet. Hinter dieser Gesellschaft steht der katarische Investor Hamad Jassim J.M. Al-Thani, ein Mitglied der Herrscherfamilie von Katar. Auch dessen Investmentvehikel soll bereits ein Schiedsverfahren gegen die zusammengebrochene Signa-Gruppe angestrengt haben.<h3> Die Rolle der Scheichs im Verfahren</h3>Trotz der bestrittenen Forderungen sitzen Vertreter der arabischen Investoren im Gläubigerausschuss der Laura-Privatstiftung. Neben ihnen gehören dem Gremium auch die Gläubigerschutzverbände KSV 1870, AKV und Creditreform sowie die Finanzprokuratur an. Gläubigerschützer halten diese Zusammensetzung laut „TT“ für nachvollziehbar: Die arabischen Investoren stellten den bei weitem größten Teil der angemeldeten Forderungen und könnten in dem komplexen Verfahren spezifisches Wissen einbringen.