Damit liegen beide Hauptkraftstoffe wieder über der psychologisch wichtigen Marke von zwei Euro. Der unmittelbare Auslöser ist die Reduzierung des Rabatts auf Diesel. Die Entlastung wurde von bisher 20 Cent je Liter plus Mehrwertsteuer auf 10 Cent plus Mehrwertsteuer halbiert. Am Ende macht das an der Zapfsäule 12,2 Cent je Liter weniger Entlastung aus. Für einen 50-Liter-Tank bedeutet das rechnerisch rund 6,10 Euro Mehrkosten.<BR /><BR />Dass sich der Schritt sofort bemerkbar macht, zeigen die aktuellen Durchschnittspreise des Ministeriums für Unternehmen und Made in Italy. Südtirol liegt laut den am Dienstag veröffentlichten Mimit-Daten sowohl bei Diesel als auch bei Benzin wieder auf Platz eins. Diesel kostet in der Provinz Bozen im Schnitt 2,086 Euro je Liter – mehr als in Trient und Kalabrien mit jeweils 2,080 Euro. Auch bei Benzin ist Südtirol mit 2,002 Euro je Liter die teuerste Provinz bzw. Region Italiens und als einzige über der Zwei-Euro-Marke.<BR /><BR />Etwas anders sieht es bei den alternativen Kraftstoffen aus, die mengenmäßig allerdings eine kleinere Rolle spielen. Flüssiggas kostet in Südtirol im Schnitt 0,887 Euro je Liter und liegt damit knapp hinter dem Aostatal und Ligurien. Methan kommt auf 1,730 Euro je Kilogramm; teurer ist hier nur Sizilien mit 1,821 Euro. Für den breiten Markt bleibt aber entscheidend, was bei Benzin und Diesel passiert. Zur Erinnerung: Der jetzt geltende Trankrabatt läuft am 6. Juni aus.<BR /><BR />Für die Frächter hat die Regierung eine eigene Ausgleichsschiene eingezogen. Die Transportunternehmen sollen die höheren Dieselkosten nicht allein über den reduzierten Tankrabatt abfedern müssen, sondern über ein Steuerguthaben. Dieses ist an die Mehrkosten beim Diesel gegenüber dem Referenzpreis vom Februar gekoppelt. Mit dem jüngsten Dekret wurde der begünstigte Zeitraum von März bis Juni verlängert und der verfügbare Topf von 100 auf 300 Millionen Euro aufgestockt. Für die Branche ist das zentral: Gerade im Straßengüterverkehr lässt sich ein Dieselpreis von über zwei Euro je Liter nicht einfach wegstecken – früher oder später landet er in den Frachtraten und damit in den Preisen.