Der größte Wachstumstreiber im zweiten Quartal 2024, also von Anfang April bis Ende Juni, war der Sektor „Elektrische Geräte“, der mit einem bemerkenswerten Anstieg von 134,5 Prozent (160 Prozent im gesamten ersten Halbjahr) hervorstach, wie das Landesstatistikamt Astat berichtet. Das Volumen stieg in absoluten Zahlen von knapp 170 auf über 395 Millionen Euro. Der Sektor trug mit 20,7 Prozent zum Gesamtexportvolumen bei.<BR /><BR />Zur Erklärung: Mit „Elektrischen Geräten“ sind in diesem Fall vor allem Ladevorrichtungen für E-Autos gemeint. Damit wird klar, wer hinter dem starken Exportplus in erster Linie stand: Alpitronic, eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen in Südtirol in den letzten Jahren mit einem Umsatz von knapp einer Milliarde Euro. Und: Europäischer Marktführer bei Schnellladestationen. Laut Astat war fast der gesamte Exportanstieg von über 14 Prozent auf die Zuwächse bei „Elektrischen Geräten“ zurückzuführen. Anders gesagt: Bereinigt man die Bilanz um die „Elektrischen Geräte“, bleibt vom Exportwachstum fast gar nichts mehr übrig.<BR /><BR />„Das Ergebnis bestätigt den großen Beitrag, den die Südtiroler Industrieunternehmen für die Elektromobilität leisten“, so Heiner Oberrauch, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, in einer Stellungnahme. „Diese ist für die Erreichung der europäischen Klimaziele entscheidend. Ganz Südtirol gewinnt dadurch an Strahlkraft. Diese Entwicklung muss auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene unterstützt werden: Der ökologische Wandel ist in der Tat eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Die Südtiroler Industrie, wie auch diese Zahlen zeigen, kann dabei einen entscheidenden Beitrag leisten.“<BR /><BR />Neben den „Elektrischen Geräten“ verzeichneten auch die Ausfuhren von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakerzeugnissen sowie von Erzeugnissen der Land- und Forstwirtschaft Zuwächse. Im Gegensatz dazu sanken die Exporte von Fahrzeugen und Fahrzeugkomponenten um 15,6 Prozent und die von Grundmetallen und Metallerzeugnissen um 2,3 Prozent. Diese Rückgänge fallen besonders ins Gewicht, wenn man sie mit den kräftigen Zuwächsen in anderen Sektoren vergleicht.<h3> Wohin Südtirols Wirtschaft exportiert</h3>Die Europäische Union blieb bis Ende Juni 2024 der wichtigste Markt für Südtiroler Produkte, mit einem Anteil von 73,1 Prozent an den Gesamtexporten. Die Ausfuhren in die EU-Staaten stiegen um 22,3 Prozent. Deutschland blieb mit einem Anteil von 31,5 Prozent der größte Abnehmer von Südtiroler Waren, gefolgt von Österreich (9,8 Prozent) und Frankreich (7,3 Prozent).<BR /><BR />Die konjunkturelle Schwäche der wichtigsten Handelspartner Deutschland und Österreich machte sich nicht bemerkbar; in beiden Zielmärkten verkaufte Südtirols Wirtschaft mehr, und zwar um 17,1 bzw. 15,5 Prozent.<BR /><BR />Außerhalb Europas entfielen die meisten Exporte auf Amerika und Asien, wobei die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 6,0 Prozent den viertgrößten Absatzmarkt für Südtiroler Waren darstellten.