Wer künftig beim Bäcker fünf Euro oder an der Bar drei Euro mit dem digitalen Euro bezahlt, soll dem Betrieb dafür keine zusätzlichen Kosten verursachen. Genau darauf zielt der italienische Vorstoß ab. Auch die Banca d’Italia hält eine solche Ausnahme für sinnvoll: Sie könnte laut einem aktuellen Bericht vor allem kleinen und Kleinstbetrieben helfen.<BR /><BR />Der hds hatte sich bereits im Frühjahr – in Linie mit dem gesamtstaatlichen Handelsverband Confcommercio – gegen prozentuale Händlergebühren beim digitalen Euro ausgesprochen und insbesondere bei kleineren Beträgen gebührenfreie Zahlungen gefordert. „Wenn Zahlungsgebühren relevant bleiben, wird der Bezahlvorgang zum versteckten Kostentreiber – und das schadet am stärksten unseren vielen Klein- und familiengeführten Betrieben“, hatte hds-Präsident Philipp Moser damals betont.<BR /><BR />Dass kleinere Händler stärker belastet sind, hat einen einfachen Grund: Große Handelsketten wickeln hohe Zahlungsvolumina ab und können deshalb mit Banken und Zahlungsdienstleistern bessere Konditionen aushandeln. Kleine Betriebe haben diese Verhandlungsmacht nicht. Laut Banca d’Italia können ihre Gebühren deshalb drei- bis viermal so hoch ausfallen. Die Notenbank schlägt für den digitalen Euro daher ein einheitlicheres Gebührenmodell vor, statt die heutigen Unterschiede einfach fortzuschreiben.<h3> Wie geht es jetzt weiter?</h3>Seit Juli verhandeln EU-Parlament, Mitgliedstaaten und EU-Kommission im sogenannten Trilog über den endgültigen Gesetzestext zum digitalen Euro. Parlament und Rat haben dafür inzwischen jeweils ihre Verhandlungsposition festgelegt. In den Gesprächen müssen nun die offenen Punkte zusammengeführt werden – dazu gehören auch die Regeln für Händlergebühren. Die EZB hofft auf eine politische Einigung bis Ende des Jahres. Erst wenn die gesetzlichen Grundlagen beschlossen sind, will sie endgültig über die Ausgabe des digitalen Euro entscheiden. Nach dem derzeitigen Zeitplan soll 2027 eine Pilotphase starten, eine Einführung wäre ab 2029 möglich.<h3> Was ist der digitale Euro?</h3>Vereinfacht gesagt wäre der digitale Euro digitales Zentralbankgeld: Bürger könnten ihn zusätzlich zu Bargeld und Bankguthaben zum Bezahlen verwenden. <BR /><BR /><embed id="dtext86-76301654_quote" /><BR /><BR />Dahinter steckt auch ein strategisches Ziel. „Europa ist bei digitalen Zahlungen stark von internationalen und vor allem US-amerikanischen Anbietern abhängig. Der digitale Euro soll eine eigene europäische Alternative schaffen, die im gesamten Euroraum funktioniert“, so EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. Visa, Mastercard und andere Zahlungsdienste würden damit nicht verschwinden, aber deren Dominanz könnte sich abschwächen. „Europa hätte erstmals eine eigene, breit nutzbare Zahlungsinfrastruktur.“