Sonntag, 09. Januar 2022

„Digitalisierte Brennerautobahn“: Kompatscher bringt Konzept in Rom ein

Landeshauptmann Arno Kompatscher wird in den kommenden Wochen das Konzept einer „digitalisierten Brennerautobahn“ bei der Regierung in Rom einbringen und sieht darin die einmaligen Chance, mittel- und langfristig dem überbordenden Transitverkehr auf der Brennerstrecke Herr zu werden.

Kompatscher sieht in "digitalisierter Autobahn" eine große Chance..
Kompatscher sieht in "digitalisierter Autobahn" eine große Chance.. - Foto: © APA/EXPA/JOHANN GRODER / EXPA/JOHANN GRODER
Mit dem neuen System soll umweltfreundlicher Transitverkehr belohnt und umweltschädlicher per Maut verteuert werden, sagte Kompatscher im APA-Interview und ortete großen Rückhalt in Rom.

Zudem enthält das System die Möglichkeit einer „Buchbarkeit“ der Strecke durch die Frächter, so der Landeshauptmann. Das bedeute, dass neben der Umweltfreundlichkeit auch die Belastung der Infrastruktur ein Kriterium sein soll, ob eine höhere oder eine niedrigere Maut zu entrichten ist. „Die Maut wird entrichtet entsprechend der Umweltklasse des Fahrzeuges. Je weniger Schadstoffe, umso billiger. Je mehr Schadstoffe, umso teurer. Zudem muss man mehr bezahlen, wenn mehr Verkehrsteilnehmer an dem Tag die Autobahn benützen - und umgekehrt“.

Die Frächter würden also selber entscheiden können, wann sie eine Fahrt unternehmen und entsprechend buchen. So würden weniger Staus generiert: „Besser ein fließender, umweltfreundlicher Verkehr, als ein blockierter Stauverkehr“, argumentierte Kompatscher. Über die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für ein solches „Slot-System“ für Lkw auf der Brennerautobahn hatte zuletzt auch die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet.

Der Landeshauptmann ortete gegenüber der APA reelle politische Chancen, dass das Projekt mittel- und langfristig zur Anwendung kommen könne. Die „digitalisierte Autobahn“ werde von Südtirol und anderen Provinzen wie dem Trentino im Zuge der Einbringung des Konzepts für die Neuvergabe der Brennerautobahn-Konzession miteingebracht. „Eine Umsetzung ist realistisch, weil die Grundidee vom italienischen Umweltminister, vom Verkehrsminister sowie vom Ministerpräsidenten Draghi begrüßt wird. Sie beurteilen diese als interessant und innovativ“.

apa/stol