Dienstag, 27. April 2021

Digitalisierung: Enormes Potenzial auch für Messe Bozen

Trotz eines Umsatzrückgangs von 55 Prozent im Vergleich zu 2019 steht die Messe Bozen auf einer finanziell soliden Basis und schaut zuversichtlich in die Zukunft. Im Rahmen der Gesellschafterversammlung wurde der Verwaltungsrat für die nächsten 3 Jahre ernannt: Die Zeichen stehen auf Kontinuität.

Ein Schnappschuss von der Übertragung der „Interpoma“: Corona hat der Digitalisierung Vorschub geleistet – auch im Messesektor.
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Ein Schnappschuss von der Übertragung der „Interpoma“: Corona hat der Digitalisierung Vorschub geleistet – auch im Messesektor. - Foto: © Marco Parisi
2020 war zweifellos wirtschaftlich eines der schwierigsten Jahre in der Geschichte der Messe Bozen, teilt diese in einer Aussendung mit. Insgesamt mussten im Jahr 2020 9 Messen abgesagt werden. Aus wirtschaftlicher Sicht betrug der Umsatzrückgang im Jahr 2020 im Vergleich zum Messejahr 2019 55 Prozent. Bei gleichzeitig hohen Fixkosten für die gesamte Infrastruktur ergibt sich ein Verlust vor Steuern von 2,2 Millionen Euro.

Der Messe- und Eventsektor zählt zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Branchen. Die letzten zur Verfügung stehenden Daten sprechen von durchschnittlichen Umsatzverlusten von 80 Prozent für den Messesektor in Italien. Weltweit gibt der Weltmesseverband UFI im Vergleich zu 2019 einen Umsatzrückgang von 68 Prozent an.

„Der Messesektor befindet sich in einem historischen Wandel und Messe Bozen ist bestrebt, eine aktive Rolle in diesem Prozess zu spielen. Nach einem kurzen Moment der Schockstarre im März 2020 haben wir entschieden, diese epochale Krise als Chance zu sehen und das enorme Potenzial der Digitalisierung voll auszuschöpfen“, erklärt Armin Hilpold, Präsident der Messe Bozen AG.

Das Messejahr 2020

Nach der erfolgreichen 15. Auflage der „Klimahouse“ mit 36.000 Besuchern und über 150 Events im Programm, das erstmals die gesamte Stadt Bozen mit einbezog, war „Alpitec China“, die Mitte Februar in Peking hätte stattfinden sollen, die erste Messe, die wegen Corona ausfallen musste. Daraufhin mussten auch alle weiteren Messen des ersten Halbjahres nacheinander abgesagt werden. Die ersten digitalen Events wurden noch im April 2020 durchgeführt. Im Juni wurden mit den FieraMesse Studios bereits Räumlichkeiten für die Produktion von digitalen Events eröffnet, die von der Messe selbst, aber auch von Institutionen und Unternehmen genutzt werden können.

Im Laufe des Jahres wurden 24 digitale Events mit insgesamt über 48.000 erreichten Personen und mehr als 100.000 Zugriffen organisiert. Als Highlights können die Serie zum Superbonus 110 Prozent im Rahmen der „Klimahouse“ und der international ausgerichtete digitale Event „Interpoma Connects“ bezeichnet werden, an dem knapp 1000 Teilnehmer aus über 50 Ländern teilgenommen haben. Darüber hinaus wurde eine eigenen Online-Plattform für digitale Events entwickelt. Damit wurde bereits 2020 die Basis für die Zukunft gelegt, denn nach der Pandemie werden neue hybride Konzepte zum Standard werden, bei denen Messen in den digitalen Raum hinein ergänzt werden.

Trotz der hohen Verluste im Geschäftsjahr 2020 steht Messe Bozen weiterhin auf einer finanziell soliden Basis dank des umsichtigen Geschäftsgebarens in den vergangenen guten Messejahren.

Kontinuität beim Verwaltungsrat


Anlässlich der diesjährigen Gesellschafterversammlung der Messe Bozen AG wurde auch der Verwaltungsrat für die nächsten 3 Jahre ernannt: Neben Armin Hilpold als Präsident und Claudio Corrarati als Vizepräsident wurden Silvana Giancane, Reinhard Schäfers und Sandro Pellegrini bestätigt. Als neues Mitglied des Verwaltungsrates wurde Heidi Felderer als Nachfolgerin von Heidi Röhler ernannt, welche aufgrund der geltenden Mandatsbeschränkung nicht mehr bestätigt werden konnte.

stol