Auf dem „Stanglerhof“ in St. Konstantin bei Völs herrscht stets buntes Treiben. Seit 2012 bewirtschaften Heiner und Clara Mayer Kaibitsch den Hof mit viel Ideenreichtum. „Wir führen den Buschenschank, organisieren Konzerte und Veranstaltungen und vermarkten seit ein paar Jahren auch unsere hofeigenen Produkte“, erzählt Heiner Mayer Kaibitsch.<BR /><BR />Zum Sortiment gehören verschiedene Sirupe, Liköre und Weine. „Wir bieten unsere Produkte in unserem Buschenschank an und verkaufen sie zusätzlich in einem kleinen Hofladen. Der mit Abstand wichtigste Verkaufskanal bleibt aber die Gastronomie“, sagt der studierte Publizist.<BR /><BR />Der „Stanglerhof“ ist einer von über 600 bäuerlichen Betrieben in Südtirol, die Lebensmittel nicht nur erzeugen, sondern auch selbst verarbeiten und vermarkten. Die Zahl der Direktvermarkter wächst stetig, wie eine neue Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) der Handelskammer Bozen zeigt.<h3> Immer mehr Direktvermarkter</h3>Binnen fünf Jahren ist die Zahl der Direktvermarkter um 34 Prozent gestiegen – von 455 auf 610 Betriebe. Mehr als drei Viertel von ihnen führen ihren Hof im Vollerwerb, viele bieten zusätzlich Urlaub auf dem Bauernhof an und 28 Prozent sind Biobetriebe. <BR /><BR />Die Direktvermarktung hat sich längst konsolidiert“, sagt Wifo-Direktor Georg Lun. Vielfalt und Authentizität machten sie attraktiv und sprechen Touristen wie Einheimische gleichermaßen an.<BR /><BR />Die Produktpalette ist breit gefächert. Fast ein Drittel der Bauernhöfe vermarktet vorwiegend Wein und andere alkoholische Getränke (29 Prozent). Jeder Sechste verkauft hauptsächlich Käse, Milchprodukte sowie Obst und Gemüse. <h3> Gastronomie: Ein wichtiger Absatzkanal</h3>Insgesamt erzielten Südtirols Direktvermarkter im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 61 Millionen Euro. Der durchschnittliche Jahresumsatz pro Betrieb liegt bei etwa 100.000 Euro – und hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1236909_image" /></div> <BR /><BR />Verkauft wird über verschiedene Absatzkanäle. Rund ein Drittel des Umsatzes wird durch den direkten Verkauf an Endkunden erzielt – vor allem über den Ab-Hof-Verkauf (rund 15 Mio. Euro) und Bauernmärkte (etwa 3,8 Mio. Euro). Über 40 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen auf das Gastgewerbe, häufig über Zwischenhändler abgewickelt. Etwa 20 Prozent der Erlöse fließen über den Einzelhandel.<h3> Direktvermarktung hat großes Potenzial</h3>Trotz einiger Herausforderungen – etwa gesetzlicher Vorschriften oder des hohen Arbeitsaufwands – blicken Südtirols Direktvermarkter zuversichtlich in die Zukunft. Mehr als die Hälfte plant laut Wifo, ihre Tätigkeit auszubauen.<BR /><BR />„Direktvermarktung schafft regionale Kreisläufe, ist eine wichtige finanzielle Stütze für viele kleine Betriebe und stiftet Identität“, betont Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher. Daher sei es wichtig, Betriebe bei dieser Tätigkeit zu unterstützen. <BR /><BR />Bauernbund-Obmann Daniel Gasser ist überzeugt: „Die Direktvermarktung hat Zukunft.“ Um Interessierten den Einstieg zu erleichtern und bereits tätige Direktvermarkter zu unterstützen, bietet der Südtiroler Bauernbund kostenlose Beratung und Begleitung an.