Donnerstag, 16. Juli 2020

Disko-Neustart: „So wird das nix“

Eigentlich hätten die Diskotheken in Südtirol am Mittwochabend wieder öffnen dürfen. Doch fast alle Tanzlokale bleiben zu. STOL hat mit dem langjährigen „Sportcenter“-Besitzer und Disko-Urgestein Bartl Thaler über den verkorksten Neustart gesprochen. Und auch Georg Sanin vom „Exclusiv“ in Lana macht seinen Ärger im Video-Bericht der ORF-Sendung „Südtirol heute“ Luft.

Der Neustart fällt für die meisten Diskos in Südtirol ins Wasser.
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Der Neustart fällt für die meisten Diskos in Südtirol ins Wasser. - Foto: © shutterstock
Wie berichtet, dürfen die Diskotheken zwar öffnen, allerdings unter strengen Vorgaben der Landesregierung.

So gilt die Abstandsregel von einem Meter auch beim Tanzen in der Disco. Die Atemwege müssen während des gesamten Aufenthalts in der Diskothek geschützt werden, außer am Tisch. Die 1/10-Regel muss eingehalten werden. Ebenso ist die Laser-Temperaturmessung vorgeschrieben. Zudem gelten Vorgaben für die Nachverfolgbarkeit. So müssen Discobesuchende die Immuni-App auf ihr Smartphone herunterladen. Diskotheken sind angehalten, einen Ordnungsdienst außerhalb des Betriebs einzurichten, der die Gäste erfasst.

Wie alle Disko-Betreiber fühlt sich auch Exclusiv-Besitzer Georg Sanin verschaukelt, wie er im „Südtirol Heute“-Bericht betont.



Und in dieselbe Kerbe schlägt Disko-Urgestein Bartl Thaler, der über 20 Jahre lang das legendäre „Sportcenter“ in Sand in Taufers geführt hat und zudem auch 17 Jahre der Vorsitzende der Südtiroler Diskobetreiber war.

„ Unter solchen Umständen werden die wenigsten Diskotheken-Betreiber öffnen, was vor allem an den Abstandsregeln liegt. Die kleineren Diskos haben da einfach keine Chance und auch die Großen tun sich bei der 1 zu 10-Regel schwer. So wird das nix!“

„So kann man nicht rentabel arbeiten“

Zudem brauche es bei diesen scharfen Bestimmungen auch zusätzliches Personal beim Eintritt, weil man alle Disko-Besucher erfassen und auch noch Fieber gemessen werden muss. „So kann man einfach nicht rentabel arbeiten“, so Bartl weiter.

Diese harten Regeln betreffen nur Diskotheken, bemängelt er außerdem. „In Schwimmbädern oder Pubs und Restaurants sei man viel konzilianter, und auch da sind Menschen auf engem Raum eng beieinander, teils eben auch im Innenraum.“

„Wir hoffen nun alle auf das geplante Treffen (heute, 15 Uhr Anm.d.Red.) zwischen den Diskobesitzern und dem Landeshauptmann, bei dem wir weitere Erleichterungen fordern, wie zum Beispiel den Erlass der CIAE-Steuer.

vs