Donnerstag, 23. November 2017

Doppelmayr schwächelt in Italien

Der Vorarlberger Seilbahnbauer Doppelmayr erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 801 Millionen Euro und spricht von einem „starken Jahr“. Weltweit auf Wachstumskurs, lagen die Ergebnisse in Italien allerdings unter den Erwartungen, wie Doppelmayr-Geschäftsführer Thomas Pichler gegenüber den „Dolomiten“ erklärt. Das Geschäft von Doppelmayr Italia hat sich fast halbiert.

Das Geschäft von Doppelmayr Italia hat sich fast halbiert.
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Das Geschäft von Doppelmayr Italia hat sich fast halbiert. - Foto: © D

Die Doppelmayr-Gruppe ist laut eigenen Angaben mit 106 Seilbahnprojekten die weltweite Nummer 1 im Seilbahngeschäft und setzte von Anfang April 2016 bis Ende März 2017 (ein Geschäftsjahr bei Doppelmayr) 801 Millionen Euro um.

Das bedeutet nur ein leichtes Minus von 4 Prozent gegenüber dem Jahr davor: „Da sprechen wir von einer normalen Schwankungsbreite im Projektgeschäft. Wir sind sehr zufrieden“, so Pichler.

Wichtigstes „Zugseil“ für Doppelmayr ist noch immer das Winter-Geschäft, das rund 70 Prozent des Umsatzes ausmacht. „Dabei geht es vor allem um Investitionen in die Erneuerung von Aufstiegsanlagen in Skigebieten des Alpenraums sowie verstärkt um den Neubau von Anlagen in Russland und Georgien.“

30 Prozent entfallen auf Bahnen für den Sommertourismus: „Damit sind hauptsächlich Aussichts- und Aufstiegsanlagen hin zu beliebten Ausflugspunkten gemeint.

Solche Projekte entstehen seit einigen Jahren vermehrt in China und Südostasien. In diesen Ländern spüren wir ganz klar eine erhöhte Investitionsbereitschaft.“ Aktuell realisiert Doppelmayr etwa die mit 8 Kilometern längste 3S-Seilbahn  der Welt: „Im Süden Vietnams, westlich vom Festland, wird die neue Seilbahn ab Ende Dezember die Inseln Phú Quoc und Hòn Thom verbinden“, so Pichler, der gebürtige Südtiroler an der Spitze des Vorarlberger Unternehmens.

Doppelmayr Italia mit Minus von 44 Prozent

Entgegen dem Markttrend außerhalb Europas, entwickelte sich das Italien-Geschäft, das vom Italien-Sitz in Lana aus gesteuert wird, schwach. „Der italienische Markt hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der Umsatz verringerte sich von 52 Millionen auf 29 Millionen Euro. Der Hauptgrund liegt darin, dass sehr viele Skigebiete aufgrund der geringen Schneemengen in den letzten Jahren, vermehrt in die Beschneiung investiert haben. Und: Wichtige Regionen wie etwa im Dolomiten-Gebiet haben ihre Großinvestitionen bereits vor einigen Jahren getätigt“, so Pichler.

„Die Kapazitäten, die dadurch im Unternehmen frei wurden, haben wir verstärkt für den Ausbau des internationalen Geschäfts von Doppelmayr genutzt.“ Der Standort in Lana sei auf Kleinserien und Sonderlösungen spezialisiert, zum Beispiel seien dort wesentliche Komponenten für die neue seilgezogene Bahn am Flughafen Moskau entwickelt und gefertigt worden.

Die Aussichten für das laufende Jahr seien was Italien betrifft wesentlich vielversprechender, so Pichler. „Langsam zieht das Geschäft wieder an.“ Derzeit arbeiten bei Doppelmayr Italia in Lana 95 Mitarbeiter, 50 davon in der Produktion.

Doppelmayr  bei Olympia

Eine Rolle spielt Doppelmayr auch bei den bevorstehenden Winterspielen  in Pyeongchang. „Insgesamt  22 Doppelmayr-Seilbahnen werden in den 4 alpinen Austragungsresorts im Einsatz sein.“

D/hil

stol