Mittwoch, 18. April 2018

Draghi bleibt trotz Kritik Mitglied im Expertengremium G-30

EZB-Präsident Mario Draghi hält trotz Kritik an seiner Mitgliedschaft im Expertengremium G-30 der Finanzwirtschaft fest. Dies sei vereinbar mit der Unabhängigkeit, Reputation und Integrität der Europäischen Zentralbank (EZB), teilte die EZB am Mittwoch in Frankfurt mit. Es gebe auch keine Interessenskonflikte.

EZB-Präsident Mario Draghi hält trotz Kritik an seiner Mitgliedschaft im Expertengremium G-30 der Finanzwirtschaft fest.
EZB-Präsident Mario Draghi hält trotz Kritik an seiner Mitgliedschaft im Expertengremium G-30 der Finanzwirtschaft fest. - Foto: © shutterstock

Die EU-Bürgerbeauftragte Emily O'Reilly hatte Draghi aufgefordert, seine die Mitgliedschaft in der G-30 ruhen zu lassen. Denn dies könne das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Notenbank untergraben. Es sei wichtig, dass es eine klare Trennlinie zwischen der EZB und der Finanzindustrie gebe.

Themen sind internationaler Finanzsektor und politische Entwicklungen

Das privat finanzierte G-30-Forum setzt sich aus führenden Vertretern der Finanzwirtschaft, der Notenbanken, der Wissenschaft und der Politik zusammen. Es beschäftigt sich mit Themen des internationalen Finanzsektors und politischen Entwicklungen. Bekannte Mitglieder sind unter anderem Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam, UBS-Verwaltungsratschef und Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber, der Vizepräsident des US-Vermögensverwalters Black Rock, Philipp Hildebrand, und der britische Notenbank-Chef Mark Carney.

Die EZB ist seit Herbst 2014 auch für die Kontrolle der großen Banken der Eurozone zuständig. Inzwischen überwacht sie direkt 118 Institute. Die Nichtregierungsorganisation Corporate Europe Observatory hatte der Euro-Notenbank zu große Nähe zur Finanzbranche und mögliche Interessenskonflikte mit ihrer Funktion als oberste Bankenkontrolleurin der Eurozone vorgeworfen.

apa/reuters 

stol