Das strukturelle Sparpaket sei wichtig, damit Italien vor internationalen Investoren wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen und bis Ende 2014 das Defizit auf Null drücken könne, sagte Draghi in seinem Jahresbericht. Es handelt sich um den letzten Jahresbericht Draghis, der am 24. Juni zum neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) designiert wird.Draghi drängte auf Maßnahmen zur Förderung der Produktivität und des Konsums. Zugleich brauche Italien moderne Infrastrukturen und ein gerechteres Steuersystem. Draghi plädierte für einen schärferen Kampf gegen die Steuerhinterziehung. Außerdem müsse das ganze Land für eine Überwindung der wirtschaftlichen Kluft zwischen Nord- und Süditalien arbeiten.Wegen der drohenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit will Italiens Regierung ihr Sparpaket früher auf den Tisch legen. Das Programm wir voraussichtlich schon im Juni präsentiert. Mit dem Sparpaket will Italien das Defizit bis 2014 auf Null drücken. Italien hatte im April die Wachstumsprognosen für seine Wirtschaft nach unten revidiert. Im laufenden Jahr rechnen die Experten um Wirtschaftsminister Tremonti mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent, das sind 0,2 Prozent weniger als aus den letzten Prognosen des vergangenen September hervorgeht. 2012 rechnet das Schatzministerium mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 Prozent.Euro und Aktienmärkte gerieten vergangene Woche unter starken Druck, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's den Ausblick für die Bonitätsnote am Samstag von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt hatte. Damit droht ohne Gegensteuern der Regierung eine Herabstufung binnen eines halbes Jahres. Italien müsste dann für frisches Geld noch höhere Zinsen zahlen.