Donnerstag, 02. Juli 2015

Draghi fordert stärkere Integration der Kapitalmärkte

EZB-Präsident Mario Draghi macht sich für eine stärkere Integration der Kapitalmärkte in Europa stark.

Mario Draghi
Mario Draghi - Foto: © APA/AP

Derzeit gebe es noch ein riesiges Netzwerk an Gesetzesbestimmungen, mit unterschiedlichen Regeln bei Besteuerung, Insolvenzverfahren und Unternehmensführung, sagte Draghi am Donnerstag in einer Rede in Mailand.

„Für eine volle Integration müssen wir ein einheitliches Regelwerk für die Kapitalmärkte haben“, forderte Draghi. Alle müssten zudem gleichen Zugang zu den Märkten haben.

In der EU läuft derzeit eine Debatte über eine Kapitalmarktunion, die bis 2019 auf den Weg gebracht werden soll. Sie soll die Finanzierung für Unternehmen und Infrastrukturprojekte in ganz Europa erleichtern, kleinen und mittleren Unternehmen ein ebenso einfachen Zugang zu Krediten ermöglichen wie Großkonzernen und einen gemeinsamen Markt für den Kapitalverkehr schaffen.

Draghi wies aber auch auf mögliche höhere Ansteckungsgefahren hin, die mit dem Wegfall von Barrieren zwischen den einzelnen Ländern einhergehen. So könnte dies die systemischen Risiken auf dem Kontinent erhöhen. Entsprechend sollte es Draghi zufolge auch eine einheitliche Aufsichtsinstanz geben. Das sei aber eher eine langfristige Überlegung.

Die EZB ist bereits für die Aufsicht über die größten Banken in der Währungsunion zuständig. Manche Experten sind der Auffassung, dass für eine stärkere Integration der Kapitalmärkte eine Aufsicht nötig ist, die Zugriff auch auf andere Zweige der Finanzindustrie wie etwa Versicherungen haben sollte.

apa/reuters

stol