Samstag, 26. August 2017

Draghi warnt vor Protektionismus im Welthandel

EZB-Präsident Mario Draghi warnt vor den negativen Folgen einer Abschottungspolitik im Welthandel.

Mario Draghi
Mario Draghi - Foto: © LaPresse

Ein Richtungswechsel hin zum Protektionismus würde ein erhebliches Risiko für die Produktivität und das Wachstum der Weltwirtschaft darstellen, sagte Draghi am Freitag auf der an den Börsen mit Spannung erwarteten Notenbank-Konferenz in Jackson Hole in den USA.

„Um eine dynamische Weltwirtschaft zu befördern müssen wir protektionistischen Bestrebungen widerstehen“, sagte Draghi. Hinweise zum weiteren Kurs der Euro-Notenbank gab der Italiener in seiner Rede nicht.

Draghi mahnte zudem, angesichts der expansiven Geldpolitik der Notenbanken die Regulierung der Finanzwirtschaft nicht aufzuweichen. Wegen der erheblichen Folgekosten für die Gesellschaft gebe es niemals einen guten Zeitpunkt für lasche Regulierung. Aber es gebe Zeiten, zu denen dies besonders unangemessen sei. „Insbesondere, wenn die Geldpolitik locker ist, birgt eine lasche Regulierung die Gefahr, finanzielle Schieflagen zu befördern“, sagte Draghi.

Die von der US-Notenbank Fed organisierte hochkarätige Konferenz in Wyoming am Fuße der Rocky Mountains gilt neben der Notenbank-Veranstaltung der EZB im portugiesischen Sintra als wichtigstes geldpolitisches Forum im Jahr. 2014 hatte Draghi mit einer Rede in Jackson Hole den Boden für die laufenden, billionenschweren EZB-Anleihenkäufe gelegt, die dann im März 2015 starteten.

apa/reuters

stol