Samstag, 27. Juli 2019

Drang nach Tourismuszonen ungestillt - 30 Anfragen

Das Verlangen nach neuen Tourismuszonen in Südtirol ist ungestillt. Beim Land liegen 46 Ansuchen aus 30 Gemeinden auf. 30 sind Ansuchen um Ausweisung von gänzlich neuen Tourismuszonen, weitere 16 haben eine Kubaturerweiterung von Hotelbetrieben beziehungsweise eine Anhebung der Baudichte zum Ziel.

Das Verlangen nach neuen Tourismuszonen in Südtirol ist ungestillt.
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Das Verlangen nach neuen Tourismuszonen in Südtirol ist ungestillt. - Foto: © shutterstock

Die hohe Anzahl an Ansuchen hat einen Grund und zwar ist der im neuen Landesgesetz für Raum und Landschaft zu suchen, das mit 1. Jänner 2020 in Kraft treten wird. Und mit dem neuen Gesetz weiß niemand, ob er künftig draußen auf der grünen Wiese oder im Wald noch Hotels bauen kann, also versuchen die Interessenten jetzt noch schnell ihre Bauvorhaben in trockene Tücher zu bringen.

Die Gemeinden, die angesucht haben

Die 30 Gemeinden, aus denen Ansuchen vorliegen, sind: Ahrntal, Algund, Barbian, Brixen, Corvara, Deutschnofen, Feldthurns, Gsies, Innichen, Kiens, Klausen, Latsch, Mals, Moos i. Passeier, Mühlwald, Naturns, Niederdorf, Prad, Riffian, Sarntal, Schlanders, St. Leonhard i. P., St. Martin i. Thurn, Stilfs, Terlan, Tramin, Villnöß und Völs am Schlern.

„Zu 99 Prozent stammen die Ansuchen von unseren Leuten. Ob danach auch gebaut wird, steht auf einem anderen Blatt. Die Leute haben Angst, dass ab 1. Jänner 2020 gar nichts mehr möglich ist“, sagt HGV-Chef Manfred Pinzger.

Trend: Tourismusbetriebe im weiten Feld oder im Wald

Raumordnungslandesrätin Kuenzer sieht in diesem Verlangen nach neuen Tourismuszonen auch eine Gefahr für die bestehende Hotellerie. „Der Trend ist momentan, dass Tourismusbetriebe im weiten Feld oder im Wald geplant sind. Für die bestehenden Betriebe, die dieses Alleinstellungsmerkmal nicht haben, ist das von Nachteil“, sagt Kuenzer.

Großteil der Ansuchen könnte abgelehnt werden

Auch hier müsse laut Manfred Pinzger von Fall zu Fall unterschieden werden. Er glaubt, dass ein Großteil der Ansuchen abgelehnt werde. „Der Fokus muss in Zukunft aber auf bestehende Betriebe gelegt werden – samt Entwicklungsmöglichkeiten für diese“, so Pinzger.

Denn die Sorge, dass in der Bevölkerung die Stimmung kippen könnte, könne nicht einfach so vom Tisch gewischt werden. „Wir sind uns schon bewusst, dass man das Angebot mit immer größer und immer mehr nicht überstrapazieren darf“, sagt der HGV-Präsident.

D/lu

stol