2025 war aus Sicht der Milchbetriebe ein gutes Jahr, bilanziert Annemarie Kaser, Direktorin des Sennereiverbandes. „Die Futtergrundlage war gut, also hat man viel Milch herausbringen können.“<BR /><BR />Dies spiegelt sich auch in den Zahlen wider, die am Dienstag bei der Jahresversammlung präsentiert wurden. Trotz weiterhin sinkender Zahl an Milchbauern wurde im vergangenen Jahr erneut mehr Milch geliefert. Insgesamt verarbeiteten die Sennereien 375,4 Millionen Liter – ein Plus von 2,7 Prozent. Davon 22,5 Prozent Heumilch und 4,7 Prozent Bio-Heumilch. Die Ziegenmilchmenge stieg ebenfalls auf 1,68 Mio. Kilogramm. <h3> Stabile Nachfrage sorgte für stabile Milchpreise</h3>Die stabile Nachfrage ermöglichte zudem gute Preise am Markt. „Die Genossenschaften konnten den Milchpreis leicht steigern“, so Kaser. Entsprechend erhöhten sich auch Umsätze und Auszahlungspreise.<BR /><BR />Südtirols Milchbauern erhielten im Schnitt 71,5 Cent pro Kilogramm. Der Preis für gentechnikfreie Milch lag bei 69,4, für Heumilch bei 74,3 und Bio-Heumilch bei 89,9 Cent. Damit lagen die Preise in etwa um vier Cent höher als im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsätze der Sennereien stiegen insgesamt auf 747,8 Mio. Euro.<BR /><BR />Ein wesentlicher Faktor für die stabilen Preise ist, dass ein Großteil der Milch zu höherwertigen Produkten veredelt wird. Von den rund 375 Millionen Litern gelangen lediglich etwa 16 Millionen Liter als Frischmilch in den Handel. Rund 176 Millionen Kilogramm werden zu Joghurt und Skyr verarbeitet, weitere 23 Millionen Kilogramm zu Käse.<h3> Energiekrise trifft Milchbauern gleich doppelt</h3>Seit Herbst sind die Milchpreise eher rückläufig, auch weil die Milchmenge europaweit angestiegen sei, berichtet Kaser. Der Konflikt im Iran verschärft die Lage nun zusätzlich. Die hohen Ölpreise treiben die Kosten für Verpackungsmaterial und Treibstoff in die Höhe, was sowohl die Produktion auf den Höfen als auch den Transport belastet.<BR /><BR />„Der Bauer leidet also sozusagen zweimal“, betont Kaser. Die Schere zwischen Betriebskosten und Erzeugerpreisen geht auseinander. Ihr Fazit für die nahe Zukunft ist deutlich: „Unter diesen Bedingungen wird der jetzige Milchpreis nicht zu halten sein.“<h3> Bester Milchbetrieb kommt aus dem Vinschgau</h3>Jedes Jahr werden im Rahmen der Vollversammlung die besten Milchlieferanten des Jahres gekürt. Grundlage sind die analysierten Qualitätsparameter der angelieferten Rohmilch. In diesem Jahr wurde Erika und Alois Kaserer vom Unterköben-Hof in St. Martin in Kofel/Latsch ausgezeichnet.