"Diskutiert wurde vor allem über die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, die zur Stärkung des dualen Systems notwendig sind, über die Chancen, die eine Lehre Jugendlichen gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit bietet und vor allem, was sich in den Köpfen der Menschen ändern muss", so der LVH in einer Aussendung. Laut einer Umfrage des Verbands für Handwerk und Dienstleister stellen 42 Prozent der Südtiroler Unternehmer keine Lehrlinge mehr ein, weil sie wirtschaftlich zu gering ausgelastet sind. 38 Prozent verzichten auf Lehrlinge, weil eine Lehrlingseinstellung zu hohe bürokratische Auflagen mit sich bringt. Hinzu kämen sehr strikte Auflagen im Bereich Jugendschutz, so der Handwerkerverband. „Obwohl wir ein Spitzen-Ausbildungsmodell in Südtirol haben, das von vielen anderen Ländern imitiert wird, werden uns immer wieder Steine in den Weg gelegt. Viele der Betriebsinhaber weigern sich mittlerweile junge Menschen auszubilden, da sie mit nicht tragbaren Auflagen rechnen müssen“, betonte LVH-Präsident Gert Lanz im Rahmen des Bildungstages. Die Wirtschaft könne mittel- und langfristig aber nur erfolgreich sein, wenn sie auf ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen könne. In dieselbe Kerbe schlug auch Josef Amann, Geschäftsführer der Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern. „Das duale Ausbildungssystem bereitet die Auszubildenden passgenau auf den Berufsalltag vor. Der Lehrling wird von Anfang an in die Arbeitsweise und den Berufsalltag des Betriebs eingeweiht. Entsprechend seiner Fähigkeiten kann er so individuell gefördert werden. In Deutschland ist man überzeugt, dass nur durch die duale Ausbildung Fachkräfte gesichert werden können“, so Amann.