Freitag, 29. Januar 2016

"Dübel-König" Artur Fischer ist tot

Der deutsche Patente-König und Erfinder Artur Fischer ist tot. Wie sein Sprecher am Freitag bestätigte, starb er am Mittwoch im Alter von 96 Jahren in Waldachtal im Schwarzwald. Fischer wurde mit seinen Kunststoff-Dübeln und dem „Fischertechnik“-Baukasten weltweit bekannt.

Erfinder Artur Fischer ist im Alter von 96 Jahren gestorben.
Erfinder Artur Fischer ist im Alter von 96 Jahren gestorben. - Foto: © APA/DPA

Fischer wurde in Waldachtal-Tumlingen geboren, dort lebte er auch bis zum Schluss. Nach Realschulabschluss und Schlosserlehre musste der junge Mann zunächst in den Krieg. Die Erfindung des Synchron-Blitzes ermöglichte ihm den Aufbau einer eigenen Firma, die er 1948 in seiner Schwarzwald-Heimat gründete.

Zehn Jahre später gelang ihm mit dem Dübel der nächste Coup. Fischer schuf auch Stahlanker, Bohrgeräte und zementgebundene Befestigungen.

Mehr als 1.100 Patente und Gebrauchsmusteranmeldungen gehen auf sein Konto.

Die interessantesten Fischer-Erfindungen

DAS BLITZLICHT FÜR FOTOAPPARATE: 1949 sorgt Fischer dafür, dass es Licht wird, wenn die Kamera auslöst. Mit der Kopplung des Blitzgerätes an den Verschluss der Kamera revolutioniert er die Fotografie. In den Folgejahren verfeinert er seine Entwicklung bis zum Blitzwürfel „Cube“, dann überlässt er das Blitzen den großen Herstellern.

Artur Fischers Blitzlichtgerät löste Blende und Blitzlicht gleichzeitig aus und sorgte so für bessere Aufnahmen.

DER DÜBEL FÜR DEN HEIMWERKER: Bevor Fischer 1958 die grauen Plastikdübel entwarf, mussten für Verankerungen in der Wand große Löcher gebohrt und wieder zugespachtelt werden. Jetzt reicht meist ein kleines Loch, dann Dübel, Schraube – hält. Das Verfahren funktioniert auch bei der Heilung von Knochenbrüchen.

Verschieden große Fischer-Dübel - Foto: „Pluggen 4-14 mm“ von Philip Bosma/Wikimedia Commons

DER TECHNIK-BAUKASTEN: Technikbegeisterung beginnt in jungen Jahren, ist Fischer überzeugt. Deshalb entwickelt er Mitte der 1960er Jahre einen Baukasten für kleine Bastler. Die Modelle sind so ausgeklügelt, dass auch erwachsene Ingenieure sie nutzen. An etlichen Universitäten wird das Spielzeug zu Lehrzwecken genutzt, und manche Firma plant neue Produktionsstraßen mit Hilfe des Baukastens.

Die Fischertechnik-Baukästen waren jahrelang bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt.

DER ANPASSUNGSFÄHIGE KLEIDERBÜGEL: Kleider, Hemden und Hosen haben unterschiedliche Größen, die Kleiderbügel jedoch nur eine. Das hat Fischer Ende der 1990er Jahre stutzig gemacht. Er entwickelte einen Bügel aus mehreren elastischen Stäben, die sich auf jedes Kleidungsstück anpassen lassen.

dpa

stol