Donnerstag, 31. Oktober 2019

E-Zigarettenfirma Juul wird für Marlboro zum Milliardengrab

Der Einstieg bei der umstrittenen E-Zigarettenfirma Juul wird für den US-Tabakriesen Altria (Marlboro) zum Debakel.

Die E-Zigarettenfirma Juul hat ein Imageproblem.
Die E-Zigarettenfirma Juul hat ein Imageproblem. - Foto: © APA (dpa) / Fabian Strauch

Der Konzern teilte am Donnerstag mit, den Wert der Investition in seiner Bilanz um 4,5 Mrd. Dollar (4 Mrd. Euro) nach unten korrigiert zu haben. Mit den Abschreibungen reagiert der Konzern auf die Krise rund um Todesfälle in Verbindung mit dem Produkt.

Das Start-up ist wegen einer E-Zigaretten-Epidemie unter US-Teenagern und Todesfällen in Verbindung mit den Produkten in die Kritik geraten. Juul drohen Verkaufsverbote in den USA, Präsident Donald Trump kündigte bereits „sehr strenge“ Vorschriften an.

Zuletzt kam die Firma dem bereits mit weitreichenden eigenen Einschränkungen zuvor. Altria hatte im Dezember 12,8 Mrd. Dollar für eine 35-prozentige Beteiligung an Juul gezahlt. Der finanzielle Kraftakt war die größte Investition in der Geschichte des Marlboro-Konzerns.

Altria wollte sich damit für den voranschreitenden Bedeutungsverlust traditioneller Zigaretten rüsten. Das Unternehmen tut sich schwer, da das Hauptgeschäft schrumpft. Juul hingegen wuchs zeitweise rasant dank neuartiger E-Zigaretten, die an USB-Sticks erinnern und über die aromatisierter, nikotinhaltiger Dampf eingeatmet werden kann. Inzwischen sind die Produkte aber sehr umstritten und das Start-up steckt in der Krise.

apa