Dienstag, 01. Oktober 2019

Ecolabel: Umweltzeichen für Hotels und Campingplätze

Mit dem EU-Gütesiegel Ecolabel kann man umweltfreundlich einkaufen und nächtigen. In Südtirol unterstützt die Umweltagentur die Vergabe an Beherbergungsbetriebe. Derzeit tragen 19 Hotels in Südtirol das EU-Umweltzeichen Ecolabel.

Derzeit tragen 19 Hotels in Südtirol das EU-Umweltzeichen Ecolabel.
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Derzeit tragen 19 Hotels in Südtirol das EU-Umweltzeichen Ecolabel. - Foto: © lpa
In Ratschings, Sexten, Jenesien und Tiers befinden sich die ersten Betriebe, die hierzulande diese europaweit gültige Marke beantragt und erhalten haben.

Um die Vergabe auf lokaler Ebene zu ermöglichen, hat die Landesregierung in ihrer Sitzung am Dienstag ein Abkommen zwischen dem staatlichen Umweltinstitut ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) und der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz zum EU-Umweltzeichen „Ecolabel“ genehmigt.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz in Südtirol die Überprüfung jener Beherbergungsbetriebe und Campingplätze vornimmt, die sich um die Verleihung des europäischen Umweltsiegels Ecolabel bewerben. Zu diesem Zweck stellt sie zwei Mitarbeiter des Verwaltungsamts für Umwelt zur Verfügung.
Mehrwert für heimische Beherbergungsbetriebe.

Mehrwert für heimische Betriebe

Umweltlandesrat Giuliano Vettorato sieht in dieser Auszeichnung mit einer europäischen Umweltmarke „einen erheblichen Mehrwert für heimische Hotels und Campingplätze.“ Mittelfristig bringe das nicht nur wirtschaftliche Vorteile mit sich.
„Betriebe, die über das EU-Ecolabel verfügen, sind ein Garant für umweltfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten. Sie stellen nicht nur die Gäste, sondern auch das Wohlbefinden und den Respekt vor der Natur in den Mittelpunkt. Somit somit tragen sie zu einer Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit bei, die dem Land Südtirol seit jeher ein großes Anliegen ist“, unterstreicht Vettorato. Aus diesem Grund wolle man die Anzahl der Ecolabel-Lizenzen in Südtirol steigern.


Voraussetzungen für das Gütesiegel

Um das Gütesiegel zu erhalten, müssen Betriebe alle 22 obligatorischen Umweltkriterien und eine gewisse Anzahl der insgesamt 45 fakultativen Kriterien einhalten. Zu erfüllende obligatorische Kriterien sind beispielsweise die Information der Gäste über Wasser- und Energieeinsparung, die Verringerung der Abfallmenge aus dem Restaurant-Bereich, die Einschränkung von Einwegprodukten und die Förderung nachhaltiger Verkehrsmittel. Beispiele von fakultativen Kriterien sind die Stromversorgung aus erneuerbaren Energieträgern, der Einsatz von energieeffizienten Beleuchtungssystemen und die Verwendung von Lebensmitteln aus heimischer Produktion bzw. von biologischen Erzeugnissen.

Bereits seit 2014 unterstützt die Landesumweltagentur die ISPRA im Rahmen der Vergabe des Ecolabels an touristische Einrichtungen. Mit dem heutigen Beschluss ermächtigt die Landesregierung den Direktor der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, die Vereinbarung mit ISPRA für die Dauer von weiteren zwei Jahren abzuschließen.

Was ist Ecolabel?

Das EU-Umweltzeichen Ecolabel ist ein Gütesiegel für Umweltqualität. Es wurde 1992 ins Leben gerufen und ist in allen 28 Ländern der Europäischen Union sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein anerkannt. Man erkennt es an der stilisierten Blume mit zwölf Sternen. Ursprünglich diente das Siegel europaweit der einheitlichen Kennzeichnung umweltfreundlicher Produkte wie Reinigungsmittel, Papier, Textilien, Farben und Lacke. Seit dem Jahr 2000 können auch Dienstleistungsbetriebe wie zum Beispiel Hotels und Campingplätze dieses Umweltzeichen erhalten.

Die Richtlinien zur Vergabe des Umweltsiegels legt die Europäische Union in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen in den jeweiligen EU-Mitgliedstaaten fest. In Italien ist das Ecolabel-Ecoaudit-Komitee in Zusammenarbeit mit ISPRA (Istituto Superiore per la Protezione dell’Ambiente) die zuständige Stelle. Die derzeitigen Richtlinien sind bis Jänner 2022 gültig.

Nähere Informationen zum EU-Umweltzeichen Ecolabel finden Interessierte auf dem Landeswebportal im Bereich Umwelt.

lpa

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