Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ehrung für Erhalt historischer Bauernhäuser

Alte Bauernhäuser zu sanieren anstatt sie abzureißen, ist das Ziel der Initiative „Bauern[h]auszeichnung“.

Ideenwerkstatt PLANEN: Reinhold Marsoner (Stiftung Südtiroler Sparkasse), Siegerarchitektin Elisabeth Schatzer, Ingrid, Georg und Josef Schrott, Birgit und Maria Luise Oberkofler, Siegerarchitekt Daniel Ellecosta, Hansi Pichler (IDM Südtirol), Carlo Calderan (Architekturstiftung Südtirol) und Leo Tiefenthaler (Südtiroler Bauernbund)
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Ideenwerkstatt PLANEN: Reinhold Marsoner (Stiftung Südtiroler Sparkasse), Siegerarchitektin Elisabeth Schatzer, Ingrid, Georg und Josef Schrott, Birgit und Maria Luise Oberkofler, Siegerarchitekt Daniel Ellecosta, Hansi Pichler (IDM Südtirol), Carlo Calderan (Architekturstiftung Südtirol) und Leo Tiefenthaler (Südtiroler Bauernbund)

Mit den beiden Wettbewerben „Ideenwerkstatt PLANEN“ und „ITAS-Preis“ sollen Bauherren wie Planer ermutigt werden, wertvolle Bauernhäuser zu erhalten. Am Mittwoch wurden vier bäuerliche Familien sowie die entsprechenden Architekten und Planer für ganz besondere Projekte ausgezeichnet. 

Historische Bauernhöfe prägen die heimische Kulturlandschaft. „Sie vor dem Abriss zu retten bedeutet nicht nur, ein Stück Geschichte zu bewahren, sondern auch die einmalige Kulturlandschaft Südtirols zu erhalten. Gleichzeitig geht es darum, in den alten Gemäuern ein zeitgemäßes Wohnen für die Bauernfamilie zu ermöglichen“, erklärte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.

Einen wichtigen Anreiz zur Sanierung alter, wertvoller Bauernhöfe will die Initiative „Bauern[h]auszeichnung“ mit der „Ideenwerkstatt PLANEN“ und dem „ITAS-Preis“ geben, die der Südtiroler Bauernbund, die Architekturstiftung Südtirol, ITAS-Versicherungsverein, IDM Südtirol, die Landesabteilungen für Denkmalpflege sowie Natur, Landschaft und Raumentwicklung und die Stiftung Südtiroler Sparkasse ins Leben gerufen haben. 

Schützenswerte Bauernhäuser ausgezeichnet 

Für die „Ideenwerkstatt PLANEN“ wurden zwei besonders wertvolle und damit schützenswerte Bauernhäuser unter allen für den Wettbewerb gemeldeten Gebäuden ausgewählt. Voraussetzung war, dass die Bauernhäuser mindestens 100 Jahre alt sind und zu einem Hof gehören, der bewirtschaftet wird. Zudem muss das Gebäude in ein bäuerliches Ensemble bzw. in einen stimmigen landschaftlichen und historischen Kontext eingebettet sein. 

Die Wahl der Jury fiel auf den Kellermannhof der Familie Georg, Ingrid und Josef Schrott aus Bozen und den Taberhof der Familie Birgit und Maria Luise Oberkofler aus Jenesien/Flaas. 

Jeweils knapp 15 Architekten haben die Höfe besucht, 13 Ideenentwürfe für eine zeitgemäße und maßgeschneiderte Sanierung der Höfe wurden am Ende eingereicht. 

Der beste Ideenentwurf für die Sanierung des Kellermannhofes stammt von Architektin Elisabeth Schatzer. „Bei den Eingriffen in die Grundrisse bestechen die Schlichtheit und die Qualität. Für neu hinzugefügte Elemente wurden subtile feine Lösungen gefunden. Insgesamt gesehen hat dieser Entwurf das größte Potenzial für eine Weiterentwicklung gemeinsam mit den Bauherren“, erklärte Margot Wittig von der Architekturstiftung Südtirol den Entscheid der Jury. 

Beim Taberhof hat der Entwurf des Architekten Daniel Ellecosta die Jury am meisten überzeugt, weil das Projekt schlüssig ist, die Umsetzung funktioniert und ausgewogen ist. „Zudem sind die Ideen für die Eingriffe an den Fassaden interessant, das große Panoramafenster im Theatersaal im Obergeschoss sitzt wie selbstverständlich in der Fassade.“ 

Preis für beste Sanierung 

Der „ITAS-Preis“ für die beste Sanierung eines wertvollen Bauernhauses ging heuer an die Familie von Philipp Oberberger und Elisabeth Tschöll vom Oberbergerhof in Montan. Die Planung stammt vom Architekten David Stuflesser. Außerdem vergaben die ITAS-Agenten wieder den Anerkennungspreis der Jury. Er wurde an die Familie Markus Oberrauch und Leonore Schmid vom Hof Platzbon in St. Andrä oberhalb von Brixen verliehen.

stol