Montag, 26. April 2021

Ein Hauch Zuversicht bei den Arbeitnehmern

Für Südtirols Wirtschaft beginnt 2021 äußerst unglücklich: Die Wintersaison konnte erst gar nicht anlaufen und mit Februar schlitterte Südtirol in den dritten Lockdown. Die Stimmung unter Südtirols Arbeitnehmern bleibe zwar nach wie vor recht verhalten, doch ein Hauch an Zuversicht sei erkennbar, schreibt das Arbeitsförderungsinstitut (AFI).

Wer nicht um seinen Arbeitsplatz bangen musste, der konnte in den vergangenen Monaten einiges auf die hohe Kante legen – Möglichkeiten für Konsum gab es ja nur eingeschränkt. - Foto: © dpa-tmn / Christin Klose
Die dritte Pandemie-Welle hat zum Jahresauftakt 2021 die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum merklich gebremst. Zwar dürfte die Erholung mit fortschreitender Durchimpfung der Bevölkerung und zunehmender Herdenimmunität an Tempo und Intensität gewinnen, doch das konjunkturelle Umfeld bleibt noch das gesamte zweite Halbjahr 2021 über von vielen Unsicherheitsfaktoren geprägt, schreibt das AFI in einer Zuschrift.

„Südtirol blickt 2020 auf die wahrscheinlich schlechteste Wirtschaftsbilanz der Nachkriegszeit. Dank der massiven Interventionen der öffentlichen Hand konnten die negativen Auswirkungen jedoch in Grenzen gehalten werden. In Summe und im Jahresschnitt betrachtet zeigt sich die Arbeitnehmerzahl rückläufig (minus 3,4 Prozent), mit starker Differenzierung nach Vertragstyp, Staatsbürgerschaft und Wirtschaftssektor. Vor allem auf das Kündigungsverbot und den Lohnausgleich ist zurückführen, dass die amtliche Arbeitslosenrate (3,7 Prozent) noch nicht nach oben geklettert ist“, heißt es darin.

Aktuell (Umfragemonat: März 2021) rechneten Südtirols Arbeitnehmer noch nicht damit, dass der Konjunkturmotor zeitnah durchstarten werde. „Sie erwarten eine tendenziell ansteigende Arbeitslosigkeit, zunehmende Schwierigkeiten bei der Suche nach neuen Arbeitsmöglichkeiten, aber nach wie vor kein konkretes und unmittelbares Risiko, den eigenen Job zu verlieren.“ Die Fähigkeit, mit dem Lohn über die Runden zu kommen, verbessere sich für Arbeitnehmer-Familien ein weiteres Mal. Der Grund: Für Konsum fehlen Lust und Möglichkeiten. Die Stichprobe der Erhebung beinhaltet allerdings keine Personen, die kürzlich ihre Arbeit verloren haben oder schon seit längerer Zeit erwerbslos sind, sondern nur solche, die unter Vertrag stehen.


Die Hypothek des ersten Jahresquartals wiegt stark (minus 8 Prozent an Jobs von Lohnabhängigen und minus 96,5 Prozent an touristischen Nächtigungen allein in den ersten beiden Jahresmonaten) und wird auf das Jahresergebnis 2021 negativ abfärben. Doch dank Impffortschritten gibt es Licht am Ende des Tunnels. Forschungsinstitute gehen davon aus, dass die weiteren Jahresquartale schrittweise ans Vorkrisen-Niveau aufschließen werden.

stol