Mittwoch, 01. Juni 2016

Ein Jahrhundertwerk: Gotthard-Tunnel wird eröffnet

Zwei Riesenröhren machen den Bahnverkehr durch die Alpen so schnell wie nie zuvor. Der Gotthard-Basistunnel wird als Meisterleistung der Schweiz gefeiert.

Der Gotthard-Tunnel wird am Mittwoch eröffnet.
Der Gotthard-Tunnel wird am Mittwoch eröffnet. - Foto: © APA/AFP

Großer Bahnhof für ein großartiges Bauwerk: Zur Eröffnung des mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnels der Welt reisen an diesem Mittwoch hochrangige Gäste in die Schweiz – unter ihnen neben den Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Italien und Deutschland.

17 Jahre lang wurde gebaut

Der in 17-jähriger Bauzeit für umgerechnet rund 11 Milliarden Euro (12,2 Milliarden Franken) fertiggestellte Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück der „Neuen Eisenbahn-Alpentransversale“ (NEAT). Er wurde weitgehend im Rahmen der finanziellen und zeitlichen Vorgaben gebaut.

Ab Mitte Dezember in Betrieb

Mit dem europäischen Großprojekt sollen weite Teile des Güterverkehrs zwischen dem Nordseehafen Rotterdam und Genua am Mittelmeer von der Straße auf die Schiene verlegt werden. Der fahrplanmäßige Betrieb durch den Gotthard-Basistunnel soll nach etlichen weiteren Testfahrten am 11. Dezember aufgenommen werden.

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Als Meisterwerk gefeiert

Der neue Gotthard-Eisenbahntunnel wird weltweit als herausragende technische und organisatorische Meisterleistung gewürdigt. Seine Gleise verlaufen bei nur geringen Steigungen sowie ohne enge Kurven auf einer Höhe von maximal 550 Metern über dem Meeresspiegel. Experten sprechen von einer „Flachbahn“. Darüber türmt sich bis zum Gipfel des Gotthards bis zu 2300 Meter Fels.

Dank der nur geringen Höhe und des ebenen Streckenverlaufs brauchen Züge weniger Lokomotiven und können so preisgünstiger, vor allem weit schneller als im alten Gotthard-Tunnel fahren – Personenzüge mit bis zu 250 Stundenkilometern, Güterzüge mit bis zu 160 km/h.

Der Zeitgewinn zwischen Zürich und Mailand beträgt – nach Fertigestellung des kleineren, ergänzenden Ceneri-Tunnels ab 2020 – rund 45 Minuten. Statt bislang maximal 180 Güterzüge sollen künftig pro Tag 260 durch die neuen Röhren rollen.

dpa

stol