<BR /><b>Herr Kneissl, wie steht die Gesellschaft da – vor einigen Jahren schaute es alles andere als rosig aus?</b><BR />Hannes Kneissl: Wir haben das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Minus zwischen 50.000 und 100.000 Euro abgeschlossen. 2022/23 lag das Minus noch bei über 700.000 Euro, 2024/25 gab es ein Plus. Im Bereich der Liftanlagen konnten wir deutlich aufholen – nicht unbedingt durch mehr Kartenverkäufe, sondern indem wir unsere Produkte verbessert und höhere Einnahmen erzielt haben. Zudem ist es uns gelungen, Kosten einzusparen. Und dank gezielter Marketingmaßnahmen sind auch die Nächtigungszahlen in Pfelders gestiegen: innerhalb von zehn Jahren in der Wintersaison von 35.000 auf 55.000 und im gesamten Jahr von 70.000 auf 110.000. Das hat sich natürlich auch positiv auf unsere Gesellschaft ausgewirkt.<BR /><BR /><b> Klingt positiv, aber warum gibt es trotzdem ein Minus?</b><BR />Kneissl: Die Stromproduktion ist aufgrund des Wassermangels in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen. Der Businessplan sieht eigentlich vor, die finanziellen Verluste im Bereich der Aufstiegsanlagen mit den Einnahmen aus unserem E-Werk auszugleichen. Darüber hinaus hätten die Erlöse einen finanziellen Polster für größere Investitionen schaffen sollen. Wir wollen als Skigebiet zwar nicht weiter wachsen, größere Ausgaben stehen aber bevor – etwa für den Austausch des mittlerweile mehr als 50 Jahre alten Gampenlifts.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1331274_image" /></div> <BR /><BR /><b>Gibt es konkrete Zahlen zu diesen Mindereinnahmen?</b><BR />Kneissl: Unser E-Werk ist auf eine Jahresproduktion von 6,6 Millionen Kilowattstunden ausgelegt. In den vergangenen fünf Jahren haben wir diese Nennleistung kein einziges Mal erreicht. Im Geschäftsjahr 2025/26 lagen die Stromeinnahmen rund 30 Prozent unter den kalkulierten Werten. Und das ist ein Problem. <BR /><BR /><b>Mit wie viel Geld aus der Stromproduktion kalkuliert Ihre Gesellschaft pro Jahr?</b><BR />Kneissl: Wir rechnen mit Erlösen von mindestens 600.000 bis 700.000 Euro pro Jahr, aktuell sind es jedoch nur rund 400.000 Euro. Bei einem Gesamtumsatz von etwa drei Millionen Euro fallen diese Mindereinnahmen deutlich ins Gewicht. Wir halten uns zwar über Wasser, können uns aber nicht weiterentwickeln – und das ist keine nachhaltige Perspektive. Manche Investitionen lassen sich aufschieben, andere nicht. Große Revisionen sind beispielsweise gesetzlich vorgeschrieben und verursachen Kosten im siebenstelligen Bereich.<BR /><BR /><b>Die Bergbahnen Pfelders haben sicher einen Plan?</b><BR />Kneissl: Die Pfelderer und die Gemeinde Moos waren zu Recht immer stolz darauf, dass das Eigentum der Bergbahnen im Hinterpasseier geblieben ist. Das wird in Zukunft wohl nicht mehr möglich sein. Wir brauchen deshalb Partner, die bereit sind, langfristig in Aufstiegsanlagen sowie in Hotels und Freizeitangebote in Pfelders zu investieren, damit wir nicht nur wirtschaftlich überlebensfähig bleiben, sondern uns auch weiterentwickeln können. Diesen Weg haben andere Skigebiete bereits beschritten. Wir müssen uns nun anpassen und umdenken. <BR /><BR /><b>Das würde reichen, um eine sichere Zukunft zu garantieren?</b><BR />Kneissl: Nein. Wir brauchen auch mehr Urlauber und damit mehr Gästebetten, weil wir mit den derzeit rund 500 Betten – ohne Camping und Schutzhütten, die im Winter keine Rolle spielen – an der Kapazitätsgrenze sind. Pfelders hat sich mittlerweile fast zu einer Ganzjahresdestination entwickelt. Deshalb müssen wir Menschen von außerhalb für uns gewinnen, die in Beherbergungsbetriebe investieren. Vielleicht finden sich dafür auch Interessierte im restlichen Passeiertal. Ich würde mir zudem wünschen, dass die anderen Passeirer Beherbergungsbetriebe dazu motiviert werden, ihren Betrieb auf die Wintersaison auszuweiten. Davon würden nicht nur wir Pfelderer, sondern auch andere Skigebiete im Umkreis profitieren.<BR /><BR />Interview: Florian Mair