Samstag, 16. Mai 2015

Ein Südtiroler und sein Drink, der hält, was er verspricht: Leistung

G wie Grüntee, Guarana und Ginseng. G wie gesund. G wie Gebmer. Und alles zusammen macht "Akuo". Wenn Sie dies nicht auf Anhieb verstehen, Lukas von Grebmer weiß Antwort. Der Meraner hat in Schweden ein Start-up-Unternehmen auf die Beine gestellt und vertreibt dort seit Februar 2015 einen ganz besonderen Drink. Dafür wurde der Jungunternehmer bereits ausgezeichnet.

Mit Akuō will Lukas von Grebmer international punkten.
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Mit Akuō will Lukas von Grebmer international punkten. - Foto: © STOL

Seit August 2012 ist Lukas von Grebmer mehr in Schweden, als in seiner Heimat Meran anzutreffen. Seit Februar 2014 arbeitet er Vollzeit und ist dabei sein eigener Herr. Denn: Er hat es mit dem Drink "Akuo" auf den Markt geschafft. 

Südtirol Online: Herr Grebmer, wie kommt ein Südtiroler nach Schweden – ober besser: warum?

Lukas von Grebmer: Ursprünglich hat mich die Entscheidung einen Master in Management an der Stockholm School of Economics zu machen nach Schweden verschlagen. Als es um die Entscheidung ging, wo wir unser Start-up aufbauen sollen, war Stockholm die beste Wahl.

STOL: Warum - was hat Schweden, was Südtirol nicht hat?

Von Grebmer: Der ausschlaggebende Grund war, dass Schweden ein sehr guter Testmarkt für unsere Art von Produkt ist. Ein anderer Grund war die Unterstützung, die man als Start-up in Stockholm bekommt. Das Ökosystem für Start-ups in Stockholm ist eines der besten in Europa.

Gerade für Branchen, in denen die geografische Nähe zum Absatzmarkt nebensächlich ist, sehe ich für Südtirol riesige Chancen. Die Provinz Trient zum Beispiel ist in dieser Hinsicht schon viel weiter. Ich hoffe, dass sich in Südtirol in Zukunft einiges tun wird.

STOL: Wie schwierig ist es für ein Start-up-Unternehmen guten Boden unter die Füße zu bekommen – sprich erfolgreich zu sein/werden?

Von Grebmer: Am Anfang spricht natürlich erstmal alles gegen einen. Das Hauptproblem ist: Man tritt mit Unternehmen in Konkurrenz die deutlich mehr Ressourcen in jeglicher Form verfügen.

Das Bestehen als Start-up geht nur mit einem klaren Alleinstellungsmerkmal, einem innovativen Konzept, guter operativer Arbeit und einem Quäntchen Glück.

Ich kann aber jedem Altersgenossen nur empfehlen, den Weg der Unternehmensgründung einzuschlagen. Für mich war es auf jeden Fall die beste Entscheidung.

STOL: Wie hilfreich ist die Auszeichnung "Beverage Personality of the Year 2014", die Sie erhalten haben?

Von Grebmer: Diese Auszeichnung hat schon jetzt die eine oder andere Tür geöffnet und trägt dazu bei, dass wir in der Getränkebranche langsam aber sicher bekannt werden. Das ist bei der Suche nach Partnern wichtig.

STOL: Was macht ihr Getränk Akuo so besonders?

Von Grebmer: Seine Wirkung, die für mentale Leistung optimiert ist, und seine gesunden Inhaltsstoffe. Die Wirkung von Energy-Drinks ist nicht die richtige, wenn man mental etwas leisten will. Sie beinhalten viel zu viel Koffein und Zucker.

Hibbeligkeit ist vielleicht in der Disco gefragt, aber nicht am Arbeitsplatz oder in der Uni.

Wir haben mit einem Neurowissenschaftler aus Harvard, Dr. David Gritsch (auch ein Südtiroler) zusammengearbeitet, um eine Formel zu entwickeln, die hält, was sie verspricht.

 

Akuo ist ein Leistungsdrink auf natürlicher Basis. "Hibbeligkeit ist vielleicht in der Disco gefragt, aber nicht am Arbeitsplatz oder in der Uni", so der Südtiroler.

 

Akuo’s wichtigste Inhaltsstoffe sind Extrakte von Grüntee, Guarana und Ginseng. Es besteht auf natürlicher Basis, das heißt wir verwenden keine künstlichen Farbstoffe oder Süßungsmittel und keine Konservierungsmittel. Zudem verwenden wir nur 4,3 Gramm Fruchtzucker (18 Kalorien) pro Flasche. Das Ganze ist in einer umweltfreundlichen Glasflasche verpackt, die Inhaltstoffe und Geschmack optimal erhält und keine Plastikpartikel ins Getränk gelangen lässt.

STOL:  Wo ist es erhältlich – bzw. wie wird es hergestellt und vertrieben?

Von Grebmer: Wir haben einen top Partner gefunden, der für uns die Produktion übernimmt. Wir produzieren es im Süden Deutschlands, nahe an der Schweizer Grenze. Wir vertreiben es bis jetzt nur in Stockholm, aber planen - so bald wie möglich - auch international zu expandieren.

STOL: Akuo wird auch im Zusammenhang mit Burnout promotet: Was hat das Ganze mit der Burnout-Gesellschaft zu tun?

Von Grebmer: Wir stehen für Effizienz und Gesundheit. Wir wollen dazu anhalten, lieber kürzer und mit 100-prozentiger Konzentration zu arbeiten, anstatt 80 ineffiziente Wochenstunden zu arbeiten.

STOL:  Warum haben Sie für Ihr Produkt die „Zen“-Schiene gewählt?

Von Grebmer: Den Aspekt, den wir für Akuo aufgegriffen haben, ist sich zu 100 Prozent auf das zu fokussieren, was man gerade macht. Es gibt die Legende des Zen-Meisters, der einem seiner Schüler erklärt, wie sich jemand verhält, der Zen verstanden hat: „Wenn er isst, isst er. Wenn er schläft, schläft er.“

Gerade in der heutigen Zeit, in der Multitasking normal, teilweise sogar angepriesen ist, ist dies ein besonders wertvoller Aspekt.

Diesen Aspekt haben wir mit Akuo aufgegriffen. Wir wollen Menschen diesen „Zen-Fokus“, diesen 100-prozentigen Fokus auf eine Sache nahebringen. Akuo ist für engagierte, leistungsstarke Menschen, die nach gesunden Wegen suchen, produktiver zu sein.

STOL:  Ist die esoterisch-asiatische Lebensführung in Europa ganz große im Kommen?

Von Grebmer: Gesundheitsbewusstsein allgemein ist ganz stark im Kommen. Östliche Philosophie hat schon immer einen gewissen Einfluss gehabt.

 

Akuo ist für engagierte, leistungsstarke Menschen, die nach gesunden Wegen suchen, produktiver zu sein, sagt der Südtiroler Mitbegründer.

 

STOL:  Wie hart umkämpft ist der Getränkemarkt?

Von Grebmer: Der Getränkemarkt ist wahrscheinlich einer der meist umkämpften überhaupt. Gerade deshalb war es für uns wichtig, unsere Nische im Markt zu finden.

STOL:  Ikea hat es vom kleinen Möbelmarkt zum Weltmarktführer geschafft: Ein erstrebenswerter unternehmerischer Werdegang?

Von Grebmer: Wir müssen erst einmal richtig aus den Startlöchern kommen, bevor wir uns mit solchen Fragen befassen. Wir haben aber auf jeden Fall einen internationalen Anspruch.

Falls unser Konzept in Schweden funktioniert, wird es auch irgendwo anders funktioniert.

Coca Cola hat mit demselben Hintergedanken in Schweden als erstes Land in Europa „Coca-Cola Life“ auf den Markt gebracht.
Ich finde es schade, dass wenige Südtiroler Start-ups mit dem Anspruch gegründet werden, international erfolgreich zu sein. Die Voraussetzungen wären dafür durchaus gegeben.

STOL:  Wie gestaltet sich Ihr Alltag in Schweden?

Von Grebmer: Ich könnte nicht sagen, dass es bei mir einen typischen Tag gäbe. Manchmal verbringe in den Tag bis abends im Büro (oft mit einer Pause in der Kletterhalle) und arbeite z.B. an unserem Budget. An manchen Tagen verbringe ich die meiste Zeit in Meetings oder auf Events. 

Der Abwechslungsreichtum und die Geschwindigkeit, mit dem sich ein Start-up bewegt, trägt definitiv zu meiner Motivation bei.

STOL:  Wie lange gedenken Sie in Schweden zu bleiben?

Von Grebmer: So lange es sich für mich nach dem richtigen Ort für mich anfüllt. Es ist schwierig vorauszusagen, wie lange das der Fall sein wird. Momentan hat das Start-up höchste Priorität und alles andere muss sich dem anpassen.

STOL:  Was kommt Ihnen noch immer Schwedisch vor?

Von Grebmer: Ich habe mich gut eingelebt und fühle mich in der schwedischen Kultur eingebettet. Eine Sache die mir jedoch immer noch fremd ist, ist z.B. dass man jemanden (gerade Frauen) keine Hilfe beim Tragen schwerer Koffer anbietet.

Manche(r) kann dies als Beileidung auffassen, da es implizieren könnte, dass jene Person den Koffer nicht alleine tragen könnte. Im schlimmsten Fall kann diese gut gemeinte Geste als sexistisch aufgefasst werden - falls es sich um eine Frau handelt.

 

Lukas von Grebmer lebt und arbeitet in Schweden. Jüngst wurde er als "Beverage Personality of the Year 2014" ausgezeichnet.

 

STOL:  Worin unterscheiden sich die Nordländer, wie die Schweden, von den Südtirolern?

Von Grebmer: Puh, das ist eine schwierige Frage. Ich würde sagen das Südtiroler generell kontaktfreudiger, entspannter und konservativer sind als Schweden.

Man kann sowas aber natürlich nie verallgemeinern und es kommt auch stark darauf an, in welchem Umfeld man sich bewegt. Gerade als Ausländer hat man oft nur einen sehr ausschnitthaften Einblick in die Gesellschaft des Gastlandes.

STOL:  Wie gut kommen Sie mit der schwedischen Sprache und dem Umfeld zurecht – nur auf Englisch?

Von Grebmer: Mein Schwedisch ist immer noch sehr viel schlechter als mein Englisch, aber so langsam komme ich auch mit Schwedisch gut zurecht. Es hat mir natürlich nicht geholfen, dass mein Studium auf Englisch war. Wirklich nahezu alle Schweden sprechen sehr gutes Englisch, was das Zurechtkommen sehr erleichtert, aber das Schwedischlernen erschwert.

Interview: Petra Kerschbaumer

stol