Mittwoch, 22. November 2017

Eine Chance für Frauen als Chefin, nicht aber für Mütter

Italien zählt insgesamt 1.661.000 selbständig erwerbstätige Frauen und schlägt damit Großbritannien mit 1.641.300 und Deutschland mit 1.469.000 registrierten Unternehmerinnen. Doch dann beginnt schon das ABER...

Eine schlechte Note erhält der Stiefelstaat für die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
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Eine schlechte Note erhält der Stiefelstaat für die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. - Foto: © shutterstock

Die Zahlen wurden am Mittwoch im Rahmen der Generalversammlung der Frauen (Donne Impresa) in Rom präsentiert. Laut der nationalen Analyse über das weibliche Unternehmertum ist die Zahl der Unternehmerinnen in Italien in den letzten zehn Jahren um 1,9 Prozent gestiegen.

Einen Bremsklotz im weiblichen Unternehmertum stellt allerdings ein mangelhaftes Welfare-System dar, das die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser ermöglicht.

Kaum die Hälfte der Frauen mit Kindern arbeiten

Laut Confartigianato-Untersuchung  entspricht die Beschäftigungsrate von kinderlosen Frauen 56,9 Prozent, diese sinkt allerdings auf 53,2 Prozent für Frauen mit Kindern.
Diese Schere geht im Alter zwischen 25 und 49 Jahren noch weiter auseinander: 70,4 Prozent beträgt die durchschnittliche Beschäftigungsrate für Frauen ohne Kinder, nur 56,7 Prozent sind es im Falle von Frauen mit Kindern.

Italien nimmt europaweit damit den letzten Platz auf der Beschäftigungsskala ein.

„Dies sind Zahlen, die uns aufhorchen lassen sollten“, betont die Vize-Vorsitzende der Frauen im lvh Johanna Falser in Vertretung des Landesausschusses, „unser öffentliches Welfare-System ist nicht im Sinne von berufstätigen Müttern. Zum Vergleich: Während die öffentlichen Ausgaben für die Pensionen und die Gesundheit der dritten Generation 270,3 Milliarden Euro betragen, sind es für die Jugend und Familien lediglich 25,2 Milliarden.
Das Beispiel zahlreicher skandinavischer Länder, allen voran Schweden, zeigen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr wohl gegeben sein kann, wenn die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.“ 

stol

stol