Spitzenreiter in Sachen Einkaufszentren ist in einem Vergleich der drei Länder eindeutig Nordtirol: Laut einer Erhebung des österreichischen Shoppingcenter-Verbandes (ACSC) gab es bei den nördlichen Nachbarn Ende 2009 18 Einkaufs- und Fachmarktzentren mit einer Gesamtverkaufsfläche von 235.900 Quadratmetern. Unter einem Einkaufszentrum verstehen die Experten von ACSC Shoppingcenters ab einer vermietbaren Fläche (also Verkaufsfläche plus Lager, Toiletten usw.) von 4000 Quadratmetern. Zudem muss das Zentrum einheitlich geplant worden sein und einheitlich gemanagt werden. Nicht zuletzt gilt als Voraussetzung für ein Einkaufszentrum bei ACSC: „Dem Zentrum müssen entweder ein Leitbetrieb, z.B. H&M, und 20 weitere Geschäfte oder zwei Leitbetriebe und zehn weitere Geschäfte angehören“, heißt es bei dem Shoppingcenter-Verband. Nimmt man nun die zwei neuen Einkaufstempel, das „Kaufhaus Tyrol“ in Innsbruck (Verkaufsfläche von 25.000 Quadratmetern) und das „Shoppingcenter West“ ebenfalls in Innsbruck (15.000 Quadratmeter) dazu, dann kommt das Bundesland Tirol heute auf 20 Einkaufszentren mit insgesamt rund 275.900 Quadratmetern Verkaufsfläche. Das Größte – und zugleich das Größte der Europaregion Tirol – ist das „dez“ in Innsbruck mit einer Verkaufsfläche von 50.000 Quadratmetern. Zwölf Einkaufszentren im TrentinoDahinter rangiert im Drei-Länder-Vergleich das Trentino. Die Provinz selbst definiert zwar 27 Handelskomplexe als sogenannte „centri commerciali“, aber dazu gehören auch kleine Strukturen mit kaum 500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Bleibt man also bei der Größe, die in Österreich Bedingung für ein Einkaufszentrum ist, kommen die südlichen Nachbarn auf zwölf Einkaufszentren mit 86.066 Quadratmetern. Die Größten sind das „Millenium Center“ in Rovereto (14.226 Quadratmeter), das „Top Center“ in Trient (rund 12.000 Quadratmeter) und das „Shop-Center Valsugana“ (9700 Quadratmeter). Südtirol: rechtlich betrachtet kein EinkaufszentrumIn Südtirol dagegen gibt es rein rechtlich betrachtet noch gar kein Einkaufszentrum. Das, was Herr und Frau Südtiroler oft als Einkaufszentrum bezeichnen, sind rein rechtlich gesehen sogenannte Handelsensembles, also mehrere Geschäfte in einem Gebäude. Dazu gehören unter anderem das „Centrum“ in der Bozner Galvanistraße und das „Twenty“ in der Bozner Galileistraße. Bleibt man aber auch hierzulande wiederum bei dem, was der österreichische Shoppingcenter-Verband als Einkaufszentrum ansehen würde, dann käme Südtirol heute auf zwei Einkaufszentren mit rund 20.000 Quadratmetern an Verkaufsfläche: Denn der Verband hat in seiner Erhebung für Österreich auch Outlet-Centers berücksichtigt, wovon Südtirol eines am Brenner hat – mit 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Zudem könnte das „Twenty“ bereits heute als Einkaufszentrum gesehen werden: Es hat mit 10.000 Quadratmetern nach österreichischen Parametern die erforderliche Verkaufsfläche sowie ab heute auch die erforderliche Anzahl an Läden. Denn mit heute sollen im „Twenty“ zu den bestehenden vier Geschäften weitere neun dazu kommen. Unterm Strich gäbe es also mit dem Elektronikriesen MediaWorld und der Bekleidungskette Sorelle Ramonda zwei Leitbetriebe sowie mehr als zehn weitere Geschäfte. Das Bozner „Centrum“ hingegen hätte laut der österreichischen Definition zwar mit 9000 Quadratmetern die nötige Größe, kann aber nicht genügend Geschäfte aufweisen. Dasselbe gilt für das „Faro-Shopping-OBI-Center“ in Vahrn, das zwar 7000 Quadratmeter aber zu wenig Geschäfte hat. Auch einige andere Handelskomplexe, die in Südtirol des Öfteren als Einkaufszentren genannt werden, sind nach der Definition des ACSC zu klein. So kommt beispielsweise das „Löwe-Center“ in Vahrn nur auf auf 3400 Quadratmeter Verkaufsfläche, das „Maxi-Mode-Center“ in Eppan auf 2700 Quadratmeter und das „Herilu“ in Latsch auf 1500 Quadratmeter.gam/D