Freitag, 25. Juni 2021

Einkommen: Südtirol an zweiter Stelle in Italien – mit Ausnahmen

In Südtirol gibt es reiche Leute – das zeigen die Steuererklärungen: Mit einem Schnitt von 24.969 Euro an erklärtem Einkommen pro Steuerzahler steht Südtirol im regionalen Vergleich italienweit an zweiter Stelle, gleich hinter der Lombardei. Doch nicht überall im Land ist die Situation gleich rosig.

In Corvara, Pfalzen, Bruneck, Eppan und Wolkenstein ist das durchschnittlich erklärte Einkommen besonders hoch.
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In Corvara, Pfalzen, Bruneck, Eppan und Wolkenstein ist das durchschnittlich erklärte Einkommen besonders hoch. - Foto: © shutterstock
Das Arbeitsförderungsinstitut (AFI) hat die vom italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen veröffentlichten Daten der Einkommenssteuererklärungen untersucht. Im Jahr 2020 haben genau 430.960 Südtiroler dem Fiskus ihre Einkommen aus dem Jahr 2019 gemeldet – in Summe 10,8 Milliarden Euro bzw. 24.969 Euro pro Steuerzahler im Schnitt. Im regionalen Vergleich reiht sich Südtirol an die zweite Stelle, übertroffen nur von der Lombardei (25.776 Euro).

Viele Gutverdiener, aber mehr Schlechtverdiener

„Durchschnittswerte sind eine Sache, Verteilungen eine ganz andere“, gibt AFI-Forscher Matteo Antulov zu bedenken. „In Südtirol gibt es 14.926 Personen, die mit Sicherheit mehr als 75.000 Euro brutto pro Jahr einstreichen, andererseits aber auch 111.248 Steuerzahler, die dem Fiskus weniger als 10.000 Euro brutto melden.“ Überlegungen zu einer größeren Steuergerechtigkeit auch im Land Südtirol seien angesichts dieser Ungleichgewichte bei den Einkommen angesagt, heißt es vom AFI.




Landkarte zeigt auffälliges Ost-West-Gefälle

Die 5 Gemeinden mit dem höchsten durchschnittlichen Einkommen pro Steuerzahler sind Corvara (30.400 Euro), Pfalzen (29.340 Euro), Bruneck (29.332 Euro), Eppan a.d. Weinstraße (28.581 Euro) und Sëlva/Wolkenstein in Gröden (28.547 Euro). Die Hauptstadt Bozen (27.096 Euro) hat, im Vergleich zum Vorjahr, eine Position verloren und rutscht auf den 13. Platz ab.

Am unteren Ende der Rangliste kommt der Westen ins Spiel. Steuerliche Schlusslichter sind die Vinschger Gemeinden Laas (13.993 Euro), Kastelbell-Tschars (14.135 Euro), Taufers im Münstertal (14.525 Euro), Martell (15.423 Euro) und Latsch (15.966 Euro).

Die erheblichen Unterschiede der Wohlstandsverteilung im Spiegel der Steuererklärungen erklärten sich zu einem guten Teil durch die Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur, durch die steuerliche Sondersituation in der Landwirtschaft sowie dem Phänomen der Grenzpendler, schreibt das AFI.


Die Steuerzahler, die im Durchschnitt am meisten Nettosteuern abführen, wohnen in den Gemeinden Corvara (7707 Euro pro Steuerzahler), Eppan a.d. Weinstraße (7625 Euro), Pfalzen (7.588 Euro), Wolkenstein in Gröden (7540 Euro) und Bruneck (7535 Euro). Am anderen Ende stehen die Steuerzahler aus den Gemeinden Taufers im Münstertal (3629 Euro), Martell (3682 Euro), Schluderns (4133 Euro), Altrei (4214 Euro) und Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix (4255 Euro).

stol