Für einen Eklat sorgt nun Stadtratmitglied Gennaro Esposito, der eine Eintrittskarte von 5 Euro für den Zugang zur Straße der Krippenbauer einführen will. Doch es regt sich heftiger Widerstand. <b>von Micaela Taroni</b><BR /><BR />In der weltberühmten Krippenstraße verkauft werden Krippenfiguren jeglicher Art, nicht nur das Jesuskind mit Joseph und Maria, sondern auch Gestalten, die eigentlich gar nichts in einer Krippe zu suchen haben. <BR /><BR />Zu kaufen sind zum Beispiel kleine Statuen von Politikern, von einheimischen Musikern wie dem verstorbenen Pino Daniele, und von Fussballern - allen voran natürlich Diego Armando Maradona, der den SSC Napoli in den Achtzigerjahren zu zwei Meistertiteln geführt hat und der deswegen bei den Neapolitanern ebenfalls Heiligenstatus genießt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101798_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101801_image" /></div> <BR /><BR />In diesem Advent sind Krippenfiguren mit dem Antlitz des US-Wahlsiegers Donald Trump der Renner. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101804_image" /></div> <BR /><BR />Die Via San Gregorio Armeno ist in der Vorweihnachtszeit normalerweise von Touristen überlaufen. Der Strom der italienischen und ausländischen Besucher, die sich von der ganz speziellen Atmosphäre der Via San Gregorio Armeno in der Adventszeit verzaubern lassen, nimmt immer mehr zu. So stark, dass die Gemeinde Neapel jetzt den Zugang regeln will. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1101807_image" /></div> <BR /><BR />Für Eklat sorgt Stadtratmitglied Gennaro Esposito, der eine Eintrittskarte von 5 Euro für den Zugang zur Straße der Krippenbauer einführen will. „So können wir die Touristenströme besser regeln und auch die Bedürfnisse der Einwohner berücksichtigen“, meint Esposito. <h3> Beispiel Venedig</h3>Er will sich an Venedig ein Beispiel nehmen, das im vergangenen Frühjahr 5 Euro Eintrittsgeld für Tagestouristen an bestimmten Wochenenden und Feiertagen eingeführt hat. Die Eintrittskarte soll laut Esposito über eine App gekauft werden. Das Eintrittsgeld soll nur zu den Zeiten des größten Touristenzustroms, z. B. an Weihnachten erhoben werden. Damit könnten die Lebensbedingungen der Einwohner verbessert werden, indem die durch den Übertourismus bedingte Überbelastung verringert wird und die Besucherströme über das Jahr besser verteilt werden.<h3> Vorschlag löst heftige Diskussionen aus</h3>Esposito ist der Ansicht, dass man so das Eintrittsgeld in die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen, der Sicherheit und der Stadthygiene investieren könnte. Neapel rechnet nämlich in den kommenden Monaten mit einem starken Zustrom von Touristen. 2025 feiert die Vesuvstadt das 2.500. Jubiläum ihrer Gründung. Mehrere Veranstaltungen und Events sind geplant, die Touristen aus der ganzen Welt locken sollen. <BR /> Espositos Vorschlag einer Eintrittskarte löst heftige Diskussionen aus. „Neapel ist nicht Venedig“, lautet der Slogan der Gegner des Projekts. <BR /><BR />Vor allem die Kunsthandwerker in der Altstadt stellen sich quer. „Mit der Eintrittskarte würde der authentische volkstümliche Charakter unserer Straße verloren gehen. Sie lebt von der Präsenz der Familien und Kinder aus der ganzen Welt, die die Krippen bestaunen und ihren großen symbolischen Wert für Frieden und Geschwisterlichkeit in sich aufnehmen. Wir sind der Meinung, dass nicht eine Eintrittskarte, sondern andere Maßnahmen für den Stadtkern ergriffen werden sollten, wie z.B. Einbahnstraßen, eine verstärkte Polizeipräsenz, eine stärkere Nutzung der Seitenstraßen, um den Zugang zu regeln. Für all das ist jedoch Planung notwendig“, sagt Vincenzo Capuano, Präsident der Vereinigung der Krippenbauer in Neapel. <BR /><BR />„Wir wünschen uns, dass jede Person unsere Umgebung mit der gewohnten Freude und Freiheit besuchen kann. Wir sind zur bestmöglichen Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung bereit, um die Besucherströme zu regeln“, meint Capuano.