Donnerstag, 11. Mai 2017

Elektrofischerei soll in Europa unter Auflagen erlaubt werden

Die EU-Staaten wollen auf dem Meer die so genannte Elektrofischerei unter Auflagen erlauben.

Befürworter und Gegner sind sich nicht einig welche Auswirkungen diese neue Art der Fischerei mit sich bringen könnte.
Befürworter und Gegner sind sich nicht einig welche Auswirkungen diese neue Art der Fischerei mit sich bringen könnte. - Foto: © shutterstock

Bei der bislang nur von niederländischen und belgischen Booten genutzten Fangtechnik werden Tiere mit Strom vom Grund aufgeschreckt. Die EU-Fischereiminister verständigten sich am Donnerstag in Brüssel darauf, dass sie die Methode unter Auflagen genehmigen wollen, wenn wissenschaftliche Gutachten zu ihren Auswirkungen vorliegen. Elektrofischerei auf dem Meer ist in Europa derzeit nur in Pilotprojekten erlaubt. Nun müssen die Staaten sich noch mit dem EU-Parlament einigen.

Nach Angaben der EU-Kommission vom August nutzten zuletzt 79 belgische und niederländische Schiffe die Technik. Dabei schleifen sie Schleppnetze über den Meeresgrund, um zum Beispiel Schollen aufzustöbern, die sich im Boden eingraben. Bislang wird das mit schweren Ketten gemacht. Bei der Elektrofischerei werden stattdessen Elektroden eingesetzt, die Stromstöße abgeben. Kritiker fürchten unerwünschte Auswirkungen auf Meerestiere. Befürworter argumentieren, die Methode schädige den Meeresboden weniger.

Innovativ und umweltschonend

„Die Elektrofischerei ist innovativ. Sie ist sehr nachhaltig, denn sie braucht nur gut die Hälfte des Treibstoffs“, sagte der zuständige niederländische Staatssekretär, Martijn van Dam. Es sei aus Sicht der Fischer allerdings enttäuschend, dass die Methode nur mit Einschränkungen erlaubt werden solle.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigt sich dennoch alarmiert. „Die Fischereiminister öffnen mit diesem wachsweichen Vorschlag zur Elektrofischerei einer potenziell umweltschädlichen Fangmethode Tür und Tor“, warnte Fischereiexpertin Stella Nemecky. Die geplanten Gutachten zu den Auswirkungen reichten nicht aus. Nötig seien echte Umweltverträglichkeitsprüfungen.

dpa

stol