Sonntag, 12. September 2021

Emirate wollen mehr Bürger in der Privatwirtschaft

Private Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten müssen innerhalb von fünf Jahren jede zehnte Stelle mit einheimischen Staatsangehörigen besetzen. Der Golfstaat kündigte am Sonntag an, dafür 24 Mrd. Dirham (5,5 Mrd. Euro) bereitzustellen. Damit sollen Gehaltserhöhungen, Ausbildungs- und Rentenzuschüsse sowie Kindergeld für Emiratis finanziert werden, die in der Privatwirtschaft arbeiten. Ziel sei es, dadurch 75.000 Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft zu schaffen.

Dubai: Zugang zu Alkohol soll für Ausländer erleichtert werden.
Dubai: Zugang zu Alkohol soll für Ausländer erleichtert werden. - Foto: © APA/dpa-Zentralbild / Britta Pedersen
Ölreiche Golfstaaten wie die Emirate haben sich traditionell auf ausländische Arbeitskräfte verlassen, um qualifizierte und billige Arbeitskräfte zu finden. Die eigenen Bürger arbeiten dagegen vorwiegend in der Regierung und deren Behörden. Seit dem Ölpreisschock von 2014 und 2015 werden die Einwohner jedoch dazu ermutigt, in die private Wirtschaft zu wechseln anstatt auf der Gehaltsliste des Staates zu stehen.

Die Regierung gab zudem das Ziel aus, dass binnen fünf Jahren 10.000 Staatsbürger im Gesundheitswesen beschäftigt sein sollen. Bisher kommt ein Großteil des Gesundheitspersonals aus Ländern wie den Philippinen und Indien. Auch der Gründergeist soll gefördert werden: In der Regierung beschäftigte Emiratis können freigestellt werden und die Hälfte ihres Gehalts für sechs bis zwölf Monate weiter erhalten, wenn sie ihr eigenes Unternehmen gründen.

Der Golfstaat versucht zudem, Investitionen und Ausländer anzulocken. Dazu werden Gesetze über das Zusammenleben vor der Ehe und den Alkoholkonsum liberalisiert. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen binnen neun Jahren ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 150 Milliarden Dollar anziehen.

apa