Die Entscheidung aus Rom kam zur rechten Zeit, um eine drohende Preisspirale zu stoppen. Die Akzise wird um 20 Cent pro Liter gesenkt. Da auf diesen Betrag auch Mehrwertsteuer erhoben wird, verstärkt sich der Effekt: Für Verbraucher ergibt sich insgesamt eine Entlastung von rund 25 Cent pro Liter – sowohl bei Benzin als auch bei Diesel.<h3> Die Auswirkungen in der Praxis</h3>Für Südtirols Autofahrer bedeutet das konkret: Ein Liter Diesel, der im Self Service zuletzt bei durchschnittlich 2,155 Euro lag, sinkt auf rund 1,91 Euro. Bei Benzin, zuletzt bei 1,922 Euro, rückt sogar die Marke von 1,67 Euro wieder in Reichweite. Trotzdem bleibt das Niveau erhöht: Gegenüber Jahresbeginn kostet Sprit weiterhin rund 20 Cent mehr. Auf eine Tankfüllung von 50 Litern gerechnet, entspricht dies einer Ersparnis von über 12 Euro. <BR /><BR />Das Dekret gilt seit Donnerstag und ist zunächst auf 20 Tage bis zum 7. April befristet. Die meisten Tankstellen dürften daher spätestens mit Freitag die günstigeren Preise anwenden. Um sicherzustellen, dass die Entlastung auch tatsächlich beim Autofahrer ankommt, hat die Regierung einen strengen Überwachungsmechanismus aktiviert. Daran sollen neben der Finanzpolizei auch die Wettbewerbsbehörde und gegebenenfalls die Justiz beteiligt sein, um mögliche „spekulative Preismanipulationen“ durch die Mineralölkonzerne oder Großhändler streng zu prüfen.<h3> Auch Pächter atmen auf</h3>„Die Preissenkung geht eins zu eins zum Kunden weiter. Die Senkung betrifft schließlich staatliche Steuern und hat nichts mit dem Mineralölpreis zu tun“, sagt Marco Soppera von der Tankstelle Esso Soppera in Bozen. Die Maßnahme führe auch bei ihm zum Aufatmen: „Für uns Tankstellenpächter ist ein hoher Preis nämlich kein Segen: Man hat gemerkt, dass die Situation unter den Autofahrern letzthin extrem angespannt war. Bei uns wurde zeitweise um bis zu 30 Prozent weniger getankt und der Unmut oft bei uns abgeladen.“<BR /><BR />Der häufig erhobene Vorwurf, Tankstellen würden an steigenden Preisen mitverdienen und nichts dagegen unternehmen, ist laut Soppera falsch. „Unsere Marge hat sich nicht drastisch erhöht. Wir verdienen hauptsächlich über das verkaufte Volumen, nicht über den Preis. Das Pächtergeschäft ist in erster Linie ein Mengengeschäft“, stellt er klar.<BR /><BR />Auch Daten von gesamtstaatlichen Pächtervereinigungen bestätigen dies: Ein Tankstellenbetreiber in Italien verdient im Schnitt lediglich 3 bis 5 Cent brutto pro verkauftem Liter Kraftstoff. Bei Selbstbedienung liegt die Marge am unteren Rand, bei bedienten Anlagen am oberen. Von diesem ohnehin geringen Betrag müssen sämtliche Betriebskosten – von Strom über Personal bis zu Kartengebühren – gedeckt werden.<h3> Warum nur 20 Tage?</h3>Warum die Entlastung vorerst auf 20 Tage befristet ist, begründet Rom mit fiskalischer Vorsicht. Angesichts volatiler Weltmärkte will die Regierung flexibel bleiben. Eine Verlängerung ist jedoch möglich: Sollten die Preise bis zum 7. April nicht nachhaltig sinken, kann der Rabatt per Ministerialdekret verlängert werden, um einen erneuten Preisschub nach Ostern zu verhindern. „Die Hoffnung ist, dass keine weiteren Maßnahmen nötig sind; falls doch, wird eingegriffen“, so Marco Osnato, Präsident der Finanzkommission der Abgeordnetenkammer.