Dienstag, 20. März 2018

Endlich richtig Urlaub (buchen)

Es ist noch kaum Frühling und doch macht sich so mancher schon Gedanken zum anstehenden Sommerurlaub. Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Italien erklärt, worauf bei der Reisebuchung zu achten ist. Das Wo und das Wie und vor allem on- oder offline?

Das Europäische Verbraucherzentrum gibt hilfreiche Informationen wie und wo man den richtigen Urlaub buchen kann.
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Das Europäische Verbraucherzentrum gibt hilfreiche Informationen wie und wo man den richtigen Urlaub buchen kann. - Foto: © shutterstock

Den Hochglanzkatalogen des Reisebüros steht die schier unendliche Auswahl des World Wide Web gegenüber, dementsprechend werden sich einige schon bei der Frage, wo und wie der Urlaub gebucht werden soll, den Kopf zerbrechen. „Wer einen direkten Ansprechpartner für eine persönliche Beratung und Betreuung wünscht und nicht viel mit E-Commerce beziehungsweise Zahlungen mit Kredit- oder Debitkarten anfangen kann, ist bei der Reisebuchung im Reisebüro wahrscheinlich besser aufgehoben“, empfiehlt Monika Nardo, Leiterin des EVZ in Bozen.

Preisvergleich und Reiseversicherung sind ratsam 

Einen Preisvergleich im Internet durchzuführen, um die eigenen Wünsche und Vorstellungen bezüglich der Reise abzuklären, kann aber nicht schaden. Bei Buchungen im Internet sollte überprüft werden, wo der Sitz des Anbieters ist, ob die Kontaktdaten des Unternehmens, die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sowie die notwendigen Informationen zur Reise klar und deutlich ersichtlich sind.

Wer sich im Internet durch die Angebote klickt, sollte beachten, dass mitunter ein Klick ausreicht, um einen rechtlich verbindlichen, kostenpflichtigen Reisevertrag abzuschließen! Unabhängig davon, ob der Urlaub im Reisebüro oder im Internet gebucht wurde, ist ein kostenloser Rücktritt bei touristischen Dienstleistungen im Normalfall nicht möglich.

Der Abschluss einer Reiseversicherung ist somit zu empfehlen, denn diese schützt vor unvorhersehbaren, in der Versicherungspolizze vorgesehenen Ereignissen, die den Reiseantritt verhindern, zum Beispiel wenn die Kinder (aber auch die Erwachsenen) kurz vor Reiseantritt plötzlich krank werden.  

Individualreise bietet mehr Flexibilität - Pauschalreise ist besser geschützt

Eine Pauschalreise oder mehrere einzelne Leistungen? Egal ob online oder offline gebucht - grundsätzlich kann man die Pauschalreise von der Individualreise unterscheiden. Bei einer Pauschalreise handelt es sich um ein vorgefertigtes Paket, zum Beispiel bestehend aus Flug und Hotel, welches zu einem Gesamtpreis angeboten und von einem Reiseveranstalter organisiert wird.

Bucht man hingegen mehrere einzelne Dienstleistungen beim jeweiligen Leistungserbringer, handelt es sich um eine Individualreise. In diesem Fall schließt man getrennte Verträge mit den einzelnen Dienstleistern ab, man bucht also beispielsweise den Flug auf der Seite der Fluggesellschaft (oder einem Online-Portal) und die Unterkunft auf der Seite des Hotels (oder einem Online-Portal). Das bedeutet, dass es für jede Urlaubsleistung einen unterschiedlichen Vertragspartner gibt.

Beide Reisearten haben jeweils Vor- und Nachteile: So sagt man der Individualreise mehr Flexibilität und einen günstigeren Preis nach; der Pauschalreisende ist jedoch - rechtlich gesehen - besser geschützt: Im Falle von Insolvenz oder Konkurs im Rahmen einer Pauschalreise – sei es des Reiseveranstalters, aber auch der Fluggesellschaft, des Hotels oder anderer Dienstleister – sieht der Gesetzgeber vor, dass der Verbraucher schadlos gehalten werden soll. Das bedeutet, dass bei Insolvenz oder Konkurs des Reiseveranstalters dem Verbraucher der bereits bezahlte Reisepreis durch eine Pflichtversicherung erstattet wird beziehungsweise falls die Insolvenz oder der Konkurs etwa das gebuchte Hotel oder die Fluggesellschaft betrifft, dem Verbraucher eine kostenlose Umbuchung garantiert wird.

Der Individualreisende genießt einen solchen Schutz nicht und bleibt im Schadensfall meist auf den Kosten sitzen. Das Pauschalreiserecht regelt außerdem die Rechte der Verbraucher bei Änderungen des Reisepaketes oder Erhöhung des Reisepreises. Vor allem wenn das Reiseziel außerhalb Europas liegt, kann die Buchung einer Pauschalreise bei einem Reiseveranstalter mit Sitz in der EU von Vorteil sein, da somit auf jeden Fall europäische Rechtsstandards anwendbar sind. 

Beschwerden sofort melden 

„Unabhängig davon, ob die Reise on- oder offline gebucht wurde und ob es sich um eine Pauschal- oder Individualreise handelt: Es ist unabdingbar, dass der Verbraucher bereits unverzüglich vor Ort reklamiert – am besten schriftlich - und eventuelle Mängel aufzeigt“, erklärt Milena Favretto vom EVZ. Nur so wird dem Dienstleister die Möglichkeit gegeben, die Mängel zu beseitigen oder Alternativlösungen zu suchen.

Wenn vor Ort rasche Abhilfe Co-finanziert von der Europäischen Kommission, dem Land Südtirol, der Autonomen Region Trentino-Südtirol, dem Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung, den Trägerorganisationen Verbraucherzentrale Südtirol und ADICONSUM, Mitglied im Netz der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net) nicht möglich ist, sollte man Beweise sammeln (Fotos) und nach Heimkehr eine schriftliche Beschwerde einreichen.

Bei Pauschalreisen muss diese Beschwerde an den Reiseveranstalter innerhalb der gesetzlich vorgesehen Frist (bei italienischen Reiseveranstaltern innerhalb von 10 Arbeitstagen nach Rückkehr) erfolgen. 

Auf der Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums Italien – Büro Bozen findet man kostenlose Musterbriefe, unter anderem zum Thema Urlaub, Reisen und Flüge. 

stol 

stol