Enel erhofft sich durch das IPO Erlöse von bis zu 3,4 Mrd. Euro und peilt damit den größten Börsengang in Europa seit drei Jahren an. Der italienische Branchenprimus will mit dem Erlös seinen immensen Schuldenberg abbauen.Ausgabepreis vielen Anlegern zu hochEnel wagt mit EGP den Sprung aufs Parkett, obwohl das Interesse der Investoren an erneuerbaren Energien abnimmt. Angesichts leerer Staatskassen ist die Zukunft von Subventionen ungewiss, von denen EGP hochgradig abhängig ist. Vorstandschef Fulvio Conti gab sich dennoch zuversichtlich. Die Resonanz von institutionellen und privaten Anlegern sei im Vorfeld „sehr vielversprechend“ gewesen. „Ein gutes Unternehmen kennt keine Furcht vor dem Markt“, sagte Conti zum Roadshow-Auftakt in Mailand. Der Enel-Chef baut auf den Energiemix von EGP: EGP setzt auf Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie. Die Konkurrenz ist fast vollständig von Windenergie abhängig.Viele Anleger halten die Preisvorstellungen des Unternehmens jedoch für überzogen. „EGP ist besser als seine Rivalen, aber dies reicht nicht aus, um einen hohen Aufpreis zu verlangen“, sagte ein an der Veranstaltung in der italienischen Wirtschaftsmetropole teilnehmender Analyst. Es gebe viele Risiken für eine Investition.Ausgabepreis bereits runtergeschraubtEnel hatte seine Preisvorstellungen für EGP erst vergangene Woche heruntergeschraubt. Am Freitag legte der Konzern die Spanne für den Ausgabepreis auf 1,80 bis 2,10 Euro je Aktie fest. Ursprünglich hatte sich der Konzern 1,90 bis 2,40 Euro erhofft. Enel verkauft etwa ein Drittel der EGP-Anteile. Die Zeichnungsfrist endet am 28. Oktober, das Börsendebüt in Mailand und Madrid wird am 4. November erwartet. apa/reuters