Sonntag, 07. April 2019

Energiegewerkschaft fordert „mehr Realismus in der Klimapolitik“

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, warnt davor, dass bei einem Umrüsten im Energiebereich ein großer Verlust an Arbeitsplätzen droht und kritisiert die Politik für die fehlende Aufklärung darüber.

Der Wandel in der Klimapolitik hat auch gesellschaftliche Auswirkungen und möglicherweise sogar Arbeitslosigkeit zur Folge.
Der Wandel in der Klimapolitik hat auch gesellschaftliche Auswirkungen und möglicherweise sogar Arbeitslosigkeit zur Folge. - Foto: © shutterstock

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, hat von der Politik „mehr Realismus in der Klima- und Energiepolitik“ gefordert. Der Umbau der Industriegesellschaft sei „wahrscheinlich das größte und risikoreichste Unterfangen seit Bestehen der Bundesrepublik“, sagte Vassiliadis vor Journalisten in Haltern (Nordrhein-Westfalen). So drohe in der Industrie ein Verlust an guten Arbeitsplätzen, der kräftiger ausfallen dürfte als im Durchschnitt aller Branchen. Darüber müsse die Politik der Bevölkerung „reinen Wein einschenken“.

Wenn dieses Mega-Projekt nicht gleichzeitig sozial, wirtschaftlich und ökologisch funktioniere, könne es die Gesellschaft spalten, warnte Vassiliadis. Ein genereller Preis für den Kohlendioxidausstoß könne gewaltige soziale Umverteilungsprozesse auslösen. Wenn das so komme, „werden die gelben Westen hierzulande wohl schnell ausverkauft sein“, sagte der Gewerkschaftschef unter Anspielung auf die Proteste der Gelbwesten in Frankreich gegen die Reformpolitik von Frankreich Emmanuel Macron.

dpa

stol