Donnerstag, 14. Dezember 2017

Energietisch: Herausforderung Strommarkt

Die Mitglieder der Expertenrunde Energie, die Vertreter von großen wie kleinen Akteuren im Südtiroler Energiesektor trafen sich diese Woche im Landhaus 11 in Bozen. Die Arbeiten der Expertenrunde Energie gehen weiter. Bis Ende 2018 bleibt noch viel zu tun.

Bis Ende 2018 bleibt noch viel zu tun (v.l.): Koordinator Wolfgang Plank, LR Richard Theiner, Ressortdirektor Florian Zerzer, Johann Wohlfarter, Alperia AG.
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Bis Ende 2018 bleibt noch viel zu tun (v.l.): Koordinator Wolfgang Plank, LR Richard Theiner, Ressortdirektor Florian Zerzer, Johann Wohlfarter, Alperia AG. - Foto: © LPA

Die Mitglieder der Expertenrunde Energie, die Vertreter von großen wie kleinen Akteuren im Südtiroler Energiesektor trafen sich diese Woche im Landhaus 11 in Bozen. Neuer Koordinator ist Wolfgang Plank, ehemaliger Direktor der Stadtwerke Brixen, der Flavio Ruffini in dieser Funktion ablöst. Bis Ende 2018 gebe es noch viel zu tun, betonte Energielandesrat Richard Theiner eingangs. Er dankte allen Mitgliedern für ihren bisherigen Einsatz.

Die Entwicklung des Strommarktes stand im Mittelpunkt des ersten Themenblocks. Dabei wurde klar, dass die Situation für die in Südtirol tätigen Energieproduzenten in den letzten Jahren schwieriger geworden ist. Der Verfall des Strompreises stelle eine große Herausforderung dar, dieser werde zudem von starken Preisschwankungen während des Jahres überlagert, berichtete Wolfram Sparber, Vorstandsvorsitzender der Alperia AG.

Der Markt gestalte sich zunehmend schwieriger

Hinzu komme, so Sparber weiter, dass durch den Wechsel von niederschlagsreichen und trockenen Jahren und die jahreszeitlichen Verschiebungen der Niederschlagsmengen auch die Produktion starken Schwankungen unterliege, was die Planung zusätzlich erschwere. Seit der Produktionsspitze im regenreichen Jahr 2014 sei ein negativer Trend zu verzeichnen.

Informiert wurde auch über die neu überarbeiteten Richtlinien für Beiträge an Stromverteilungsunternehmen für neue Anschlüsse an das Stromnetz sowie jene für den Bau von Wasserkraftwerken für Gebäude, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Die Richtlinien seien bereits vom Rat der Gemeinden gutgeheißen worden, erklärte Flavio Ruffini, Direktor der Landesumweltagentur. Nun müssten noch kleinere Anpassungen an das EU-Recht vorgenommen werden, bevor 2018 die Genehmigung durch die Landesregierung erfolgen könne.

Positiv zur Kenntnis genommen haben die Mitglieder der Expertenrunde Energie die im römischen Senat verabschiedete Bestimmung zu den Ausschreibungen der Großwasserableitungen in Südtirol. Landesrat Theiner ging auf die damit verbundenen neuen Kompetenzen des Landes ein.

Stromtarife positiver gestalten

Für eine tiefgehende Diskussion sorgte das Thema Strompreis: Die staatlichen Behörden halten derzeit den Tarif aufgrund von Leitungsgebühren, Steuern und Förderungskosten hoch. In diesem Zusammenhang erläuterte Ressortdirektor Florian Zerzer die Bestimmungen über die Pflicht der Großkonzessionäre zur Bereitstellung elektrischer Energie an das Land.

Landesrat Theiner unterstrich dazu: "Es ist unser prioritäres politisches Anliegen, nach Möglichkeiten zu suchen, die Stromtarife für die Südtiroler vorteilhafter zu gestalten." Auch wenn der Spielraum für die Konzessionsinhaber durch Auslaufen der Förderungen und die aktuelle Situation an der Strombörse begrenzt sei, gelte es, gemeinsam Lösungen zu finden, so der Landesrat. Die Diskussion wird im Jänner 2018 fortgesetzt.

lpa/stol

stol