Donnerstag, 14. April 2016

Equal Pay Day: "Frauen müssen mutiger werden"

Anlässlich des Equal Pay Days am 15. April, der auf das Lohngefälle zwischen Mann und Frau und dessen Ursachen aufmerksam machen soll, betont Familienlandesrätin Waltraud Deeg die Bedeutung von Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Familien- und Arbeitsleben und deren Inanspruchnahme auch seitens der Väter.

Frauen in Südtirol verdienen rund 17 Prozent weniger, als ihre männlichen Kollegen.
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Frauen in Südtirol verdienen rund 17 Prozent weniger, als ihre männlichen Kollegen. - Foto: © LPA

"In ganz Europa und darüber hinaus verdienen Frauen für jede Arbeitsstunde nach wie vor weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen arbeiten häufiger in niedrig entlohnten Berufen, Teilzeit- und prekären Arbeitsverhältnissen, schaffen es nur selten in leitende Positionen und leisten den Großteil der unbezahlten Arbeit in Haushalt und Familie", so Deeg.

All dies führe unweigerlich zu weniger Chancen im Berufsleben und trage so zum geschlechterspezifischen Lohngefälle bei, das in Südtirol laut ASTAT-Daten 17,2 Prozent beträgt.

Wenn Frauen für dieselbe Arbeit weniger Lohn erhalten als Männer spiele laut Deeg auch die Diskriminierung nach wie vor eine Rolle. "Hier müssen wir Frauen mutiger werden und verlangen, dass unsere Arbeit bei gleicher Qualität ebenso honoriert wird wie jene der männlichen Kollegen", so Deeg.

"Ein Ausgleich dieser Unterschiede sei nur bei einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich, die von Mann und Frau wahrgenommen werde.
"Wir müssen Vereinbarkeit für die ganze Familie schaffen. Das bedeutet nicht nur, flexible Arbeitszeiten, ausreichende Elternzeiten oder Teilzeitstellen vorzusehen, sondern auch die Inanspruchnahme dieser Angebote seitens der Väter zu fördern", so Deeg.

Die Familienagentur plant bereits ein Pilotprojekt, um junge Familien finanziell zu unterstützen, in denen auch der Vater einige Monate lang in "Babypause" tritt.  Auch die EU-Kommission sieht in der sogenannten "Work-Life-Balance" eine wichtige Voraussetzung zur Überwindung geschlechterspezifischer Unterschiede.  

stol/lpa

stol