Mittwoch, 28. Oktober 2015

er Für mehr Südtirol in China

"Made in China" kennt man hierzulande zur Genüge. Damit es künftig in der Volksrepublik auch vermehrt "made in Südtirol" heißt, traf Landeshauptmann Arno Kompatscher am Mittwoch im Landhaus mit einer chinesischen Delegation zusammen. Gesprochen wurde über die Zusammenarbeit, insbesondere die wirtschaftliche, zwischen China und Italien sowie zwischen China und Südtirol.

Landeshauptmann Kompatscher mit dem Spitzenvertreter der chinesischen Botschaft, Cao Jianye, und dem ehemaligen Botschafter Italiens in China, Alberto Bradanini - Foto: LPA/mb
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Landeshauptmann Kompatscher mit dem Spitzenvertreter der chinesischen Botschaft, Cao Jianye, und dem ehemaligen Botschafter Italiens in China, Alberto Bradanini - Foto: LPA/mb

Der Landeshauptmann sprach beim Treffen die bestehenden wirtschaftlichen Verbindungen zu China an: "China ist heute schon ein wichtiger Partner für eine Reihe von Südtiroler Unternehmen." Und er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, "dass mit diesem Treffen eine weitere positive Entwicklung" eingeleitet werde.

Gesprochen wurde etwa über mögliche Kooperationsprojekte mit Südtirol. Einen Rahmen dazu könnte das Chinesisch-Italienische Forum bieten, das abwechselnd in China und Italien stattfindet. Im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele, die 2022 in China ausgetragen werden, könnte sich ebenfalls eine Zusammenarbeit entwickeln.

Kompatscher erklärte, dass von einer Zusammenarbeit oder dem Ausbau der bestehenden Zusammenarbeit auf alle Fälle beide Seiten profitieren müssten. 

20.000 chinesische Studenten an Italiens Unis

Cao Jianye, wissenschaftlicher Berater der chinesischen Botschaft in Rom, berichtete über die 45-jährige Zusammenarbeit zwischen Italien und China, die heute einen Umfang von 48 Milliarden Dollar erreicht habe. "Für China ist Italien der fünftwichtigste Partner in Europa", so Cao Jianye. Sowohl die Zusammenarbeit zwischen italienischen und chinesischen Unternehmen sei umfassend, als auch die chinesischen Investitionen in Italien. 

Neben dieser wirtschaftlichen Zusammenarbeit gebe es einen wichtigen Austausch über den Tourismus und über die Studenten: "An Italiens Universitäten studieren derzeit mehr als 20.000 Chinesen", so der Vertreter der chinesischen Botschaft.

Dem Treffen wohnten auch der ehemalige italienische Botschafter in China, Alberto Bradanini, der designierte IDM-Direktor Hansjörg Prast und TIS-Präsident Nikolaus Tribus bei. 

Kernkompetenzen stärken

Denn mit dem neuen Technologiepark NOI schaffe das Land Südtirol eine Infrastruktur, um Kernkompetenzen des Landes weiterzuentwickeln, wie Kompatscher den Gästen erklärte. Der Tourismus sei eine tragende Säule. Man setze aber auch auf die vier Schwerpunkte erneuerbare Energien und Energieffizienz, alpine Technologien, Lebensmitteltechnologien und sowie Automation als Querschnittsdisziplin. 

Auch vom neuen Sonderbetrieb IDM Südtirol, der zu Jahresbeginn 2016 seine Tätigkeit aufnehmen wird, verspreche man sich Entwicklungsimpulse für den Wirtschaftsstandort Südtirol, so der Landeshauptmann gegenüber der chinesischen Delegation. 

Kompatscher zeichnete den Gästen zunächst auch die geschichtliche Entwicklung nach und erklärte Südtirols Autonomie. "Die Autonomie dient dem Schutz der Minderheiten. Sie ist aber auch ein Instrument zur Entwicklung der Wirtschaft", so der Landeshauptmann.  

stol/lpa

stol