Samstag, 13. Juni 2015

Erhalt des ländlichen Raumes ist Herausforderung der Zukunft

Die Globalisierung, der demographische Wandel und die sinkenden öffentlichen Haushalte: Der ländliche Raum steht vor großen und vielfältigen Herausforderungen. Darauf müsse mit mehr Zusammenarbeit und Innovation geantwortet werden, hieß es auf der 1. Tagung der Plattform Land zum Thema „Netzwerke im ländlichen Raum“.

Von links: SBB-Obmann Leo Tiefenthaler, Elisabeth Sojer-Falter, Abteilungsleiterin Landratsamt für Regionalentwicklung Regensburg, Univ.-Prof. Gerlind Weber von der Universität für Bodenkultur in Wien, Gemeindeverbands-Präsident Andreas Schatzer, Renate Breuß, Geschäftsführerin Werkraum Bregenzerwald, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete.
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Von links: SBB-Obmann Leo Tiefenthaler, Elisabeth Sojer-Falter, Abteilungsleiterin Landratsamt für Regionalentwicklung Regensburg, Univ.-Prof. Gerlind Weber von der Universität für Bodenkultur in Wien, Gemeindeverbands-Präsident Andreas Schatzer, Renate Breuß, Geschäftsführerin Werkraum Bregenzerwald, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete.

Die Attraktivität des ländlichen Raumes zu stärken, ist das Ziel der Plattform Land, erklärte der Sprecher der Plattform, Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Gegründet im Herbst 2013 vom Südtiroler Bauernbund und dem Südtiroler Gemeindenverband, gehören der Plattform heute die Landesressorts für Wirtschaft sowie Landwirtschaft, die Handelskammer Bozen, die Verbände hds, HGV, lvh und UVS sowie der Raiffeisenverband Südtirol an. 

Dass der ländliche Raum in Südtirol besser dastehe als in vielen anderen Regionen des Alpenraumes, sei der Politik der letzten Jahrzehnte zu verdanken. „Sie hatte rechtzeitig erkannt, dass der ländliche Raum letztlich jeden von uns etwas angeht“, unterstrich der Gemeindeverbandspräsident und Vizesprecher der Plattform Andreas Schatzer auf der Tagung in der Kellerei Tramin.

Wohl auch, weil der ländliche Raum in Südtirol eine besondere Bedeutung hat, wies Tiefenthaler hin. „Der ländliche Raum ist Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum sowie die Grundlage für die Lebensmittelproduktion und den Tourismus. Wesentlich für die Attraktivität ist das Vorhandensein von Arbeitsplätzen.“

Auch deshalb stehe der ländliche Raum für die Politik weiterhin ganz oben auf der Agenda, sicherte Landeshauptmann und Plattform-Mitglied Arno Kompatscher zu. „Der Erhalt des ländlichen Raumes ist die Herausforderung der Zukunft. Wir werden die Geldmittel für die Instandhaltung des Wegenetzes aufstocken. Das Breitbandnetz, die Straße des 21. Jahrhunderts, soll zügig ausgebaut werden. Aber auch in soziale Strukturen wollen wir weiterhin stark investieren.“

Arbeitsplätze in strukturschwachen Gebieten schaffen

Zudem soll es Anreize für Unternehmen geben, die Arbeitsplätze in strukturschwachen Gebieten schaffen. Gestärkt werden könnte der ländliche Raum durch die Verlagerung von öffentlichen Diensten. „Dank des Breitbandes können diese Dienste in Zukunft auch außerhalb der Zentren angesiedelt werden.“ Recht erfolgreich ist die Unterstützung der kleinen Nahversorger in der Peripherie durch die Landesregierung. „Diese könnte sogar noch verbessert werden“, ließ der Landeshauptmann durchblicken. Er machte aber auch klar: Die Landespolitik könne nur die Rahmenbedingungen schaffen. Dann liege es an den Gemeinden und den Privaten vor Ort, aktiv zu werden. 

Wo liegen zukünftig die größten Herausforderungen für den ländlichen Raum? Für Univ-Prof. Gerlind Weber von der Universität für Bodenkultur in Wien sind dies die Globalisierung, der demographische Wandel, die Teilhabe an der Wissensgesellschaft und die eingeschränkten Finanzierungsspielräume. „Die Globalisierung führt zu einem Wettbewerb zwischen den Standorten, der auch den ländlichen Raum betrifft. Dieser steigenden Konkurrenz kann durch Netzwerke und Kooperation begegnet werden. So sollten sich Gemeinden Aufgaben teilen. Helfen könnten auch Partnerschaften zwischen Stadt und Land oder die Kofinanzierung sozialer Infrastrukturen durch die Wirtschaft.“ 

stol

stol