Mittwoch, 29. Juli 2020

Erntehelfer müssen bei Einreise aktuellen Corona-Test mitbringen

Rund 8000 Erntehelfer aus Bulgarien und Rumänien sowie aus Nicht-EU-Ländern, die in Südtirol arbeiten wollen, müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 3 Tage sein darf. Dies berichtet das Tagblatt „Dolomiten“ am Mittwoch.

Ohne Test soll es für Erntehelfer in eine 14-tägige Isolation am Hof gehen.
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Ohne Test soll es für Erntehelfer in eine 14-tägige Isolation am Hof gehen. - Foto: © pir
In Sachen Erntehelfer und Corona-Infektionsgefahr überschlagen sich die Ereignisse. Während man noch bis gestern in Südtirol eine breite Testreihe aller Erntehelfer ab 3. oder spätestens 10. August ins Auge gefasst hatte, teilte der Landeshauptmann gestern bei der Landesregierungs-Pressekonferenz mit, dass er die bestehende Verordnung zu den Erntehelfern nach den römischen Vorgaben dahingehend abändern werde, dass neben Nicht-EU-Bürgern auch von Rumänen und Bulgaren bereits bei der Einreise ein negativer Abstrich-Test vorgelegt werden muss, der nicht älter als 3 Tage sein darf.

„Wenn nicht, dann müssen die Erntehelfer am Hof in Quarantäne und dürfen nicht arbeiten, wie dies sonst die hofinterne Quarantäne zulässt“, so Kompatscher. PCR-Tests würden in Südtirol auch vorgenommen, aber nur im Verdachtsfall und nicht flächendeckend, so Kompatscher.

Laut Landwirtschaftslandesrat Schuler müsse erst mit Rom geklärt werden, ob sich mit einem negativen Test bei der Einreise die strenge 14-tägige Quarantäne verhindern lasse. „Die betriebsinterne Quarantäne inklusive Arbeit bleibt aber auf jeden Fall aufrecht. Zu klären ist auch, ob die Tests in Bulgarien und Rumänien in dieser kurzen Zeit machbar sind“, sagt Schuler.

Bauernbund-Obmann fordert Abstriche in Südtirol

Genau auf dieses Problem weist Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler hin und hofft, dass Land und Sanitätsbetrieb an der PCR-Testreihe für Erntehelfer festhalten. „Ich erinnere nur an den Fall von Hunderten Bengalen, die in Rom mit gefälschten Tests angekommen sind. Hier gilt es vorsichtig zu sein“, sagt Tiefenthaler.

Es gebe gute Gründe, die Abstriche in Südtirol zu machen. „Unsere Tests und unsere Leute sind zuverlässig. Zudem haben wir als Bauernbund Informationen aus Rumänien, dass man dort nicht imstande ist, innerhalb von 3 Tagen einen PCR-Test samt Auswertung zu bekommen. Das dauert dort im Schnitt 10 Tage“, sagt der Bauernbund-Obmann.

Und was ist mit der Sorge von Agrar- und Tourismuslandesrat Arnold Schuler, wonach infizierte Erntehelfer die Südtiroler Infektionszahlen in die Höhe schnellen lassen könnten und Südtirol von Deutschland erneut zum Risikogebiet erklärt werden könnte? „Diese Gefahr besteht natürlich“, räumt Tiefenthaler ein. Laut Schuler werden in Rumänien mit 20 Mio. Einwohnern derzeit rund 1000 bis 1200 täglich positiv getestet. „Da ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass bei Tausenden, die einreisen, eine Reihe positiv getestet wird, und wir werden, schneller wie wir schauen können, wieder zum Risikogebiet“, warnt Landesrat Schuler.

lu