Dienstag, 25. August 2015

Erst die Arbeit, dann das Referendum

Seit Dienstag wird am Bozner Flughafen gebaut. „Außerordentliche Instandhaltungsarbeiten“ nennt es die Flughafengesellschaft ABD. Die Arbeiten sollen bis etwa Ende November laufen, der Flughafen ist bis dahin nur sehr begrenzt nutzbar. Kostenpunkt der Arbeiten: 4,5 Millionen Euro.

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Foto: © D

Später als angekündigt haben am Dienstag die Instandhaltungsarbeiten am Bozner Flughafen begonnen: Wie die „Dolomiten“ Mitte Juni berichtet hatten, hätten die Arbeiten der Bietergesellschaft Wipptaler Bau AG/Bitumisarco bereits Anfang August starten sollen.

„Die Arbeiten waren schon seit geraumer Zeit fällig“, heißt es dann auch in einem Statement der Flughafenbetreibergesellschaft ABD. Ein weiterer Aufschub sei von der Luftfahrtbehörde nicht mehr genehmigt worden.

Die Arbeiten würden die Asphaltdecke der Hauptpiste, die Regenwassersammlung entlang der mittlerweile Landebahn und die Pisten-Befeuerung betreffen. Auch die Bodenmarkierungen müssten vollständig erneuert werden. Kostenpunkt: 4,5 Millionen Euro.

„Die Arbeiten sollten bis zum Ende November abgeschlossen sein“, schreibt die ABD. „Für die Wintersaison ist der Flughafen wieder voll nutzbar und entspricht so den internationalen Sicherheits- und Qualitätsbestimmungen.“

Zweites Baulos beinhaltet Verlängerung

Die Instandhaltungsarbeiten entsprechen dem ersten von zwei Baulosen, die die Bietergesellschaft Wipptaler Bau/Bitumisarco 2013 bei einer Ausschreibung gewonnen hatte. Das zweite Baulos beinhaltet die Bauarbeiten zur Verlängerung der Landepiste. Der Umfang der beiden Baulose beläuft sich auf 13,5 Millionen Euro.

Trotz des grünen Lichts vom Staatsrat will man mit der Verlängerung der Landesbahn allerdings noch zuwarten. „Das zweite Baulos hängt von der Volksbefragung ab“, sagte der Chef der Wipptaler Bau AG, Christian Egartner, Mitte Juni den „Dolomiten“. Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte wiederholt erklärt, dass vor dem Referendum keine Ausbauarbeiten am Bozner Flughafen durchgeführt werden würden.

Am Ende steht das Referendum

Wie bekannt, plant Kompatscher noch im Herbst ein neues Konzept zum Bozner Flughafen vorzulegen. Dieses soll dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Am Ende will Kompatscher das Konzept in ein Gesetz einarbeiten und dieses dann der Bevölkerung vorlegen: In einem Referendum, wahrscheinlich im Frühjahr 2016, sollen die Bürger so über die weitere Zukunft des Bozner Flughafens entscheiden.

Der Landeshauptmann bekräftigt, das Ergebnis des Referendums sei für ihn bindend. Allerdings: Für eine "beratende Befragung" muss das Quorum von 40 Prozent der Wahlberechtigten erreicht werden.

stol

stol