<BR />Was das konkret bedeutet, erklärt Sartori im Interview. Eines sei verraten: Der Bau neuer Skigebiete soll nicht zum Zukunftsplan gehören.<BR /><BR /><BR /><b>Die wichtigste Frage vorweg: Sind Sie zufrieden mit der vergangenen Wintersaison?</b><BR />Helmut Sartori: Ja, sehr, und das, obwohl die Rahmenbedingungen nicht ganz so gut waren. Keiner wusste so recht, wie sich die erneute Preissteigerung auswirken würde. Im Durchschnitt mussten Betreiber wegen der Inflation die Preise um 8 Prozent anheben. Doch wir haben schnell gesehen, dass sich die Saisons-Skipässe sehr gut verkauft haben. Auch das Publikum ist internationaler geworden. Der Winter war sehr zufriedenstellend.<BR /><BR /><b>Doch auch im Sommer stehen immer weniger Lifte still…</b><BR /> Sartori: Man merkt schon seit ein paar Jahren, dass für die Liftbetreiber die Sommersaison immer wichtiger im Jahresgeschäft wird. Die beförderten Personen haben sich von knapp 3 Millionen im Jahr 1996 auf über 10 Millionen im Jahr 2021 erhöht. Mittlerweile sind ungefähr 100 Aufstiegsanlagen im Sommer in Betrieb. Das ist knapp ein Drittel aller Anlagen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1034331_image" /></div> <BR /><BR /><b>Das heißt, es gibt noch Potenzial für die Sommersaison?</b><BR />Sartori: Ja, doch man muss da genauer hinschauen. Ein Skilift kann im Sommer zum Beispiel nicht funktionieren. Danach kommt es auch darauf an, wie das Angebot ist: Gibt es Wanderwege und Hütten, die offen sind? Und dann ist der Unterschied noch ein anderer: Während im Winter Skifahrer immer Wiederholungsfahrten machen, fahre ich im Sommer einmal rauf und höchstens einmal runter. Die Fahrtenzahl ist deutlich geringer – und man muss schauen, ob man damit die Kosten decken kann.<BR /><BR /><b>Erstmals in der Sommersaison gibt es für alle Südtirol-Pass-Besitzer den „Seilbahnskonto“. Was ist der Sinn dahinter?</b><BR />Sartori: Es ist wichtig, für die heimische Bevölkerung das Angebot attraktiver zu gestalten. Ungefähr 60 Prozent der Betreiber beteiligen sich an dieser Aktion, die erstmal stattfindet. Es wird ein Mindestskonto von 30 Prozent erlassen. Eine Rückvergütung bekommen die Seilbahngesellschaften nicht.<BR /><BR /><b>Aufstiegs- und Beschneiungsanlagen sind ein enormer Energiefresser. Ihr Jahresreport zeigt, dass 2023 über 97 Millionen Kilowattstunden verbraucht wurden. Ist Nachhaltigkeit mit Skitourismus überhaupt vereinbar?</b><BR /> Sartori: Nachhaltiger Skitourismus ist möglich und wir versuchen uns auch dahingehend weiterzuentwickeln, beispielsweise durch den Bau von Speicherbecken. Vielfach wird auch Grüner Strom bezogen. Auch die Verwendung von Fotovoltaikanlagen hat endlich rechtliche Voraussetzungen. Zuletzt versuchen viele Gebiete, mit einem Skibussystem den Autoverkehr zu reduzieren.<BR /><BR /><b>Und die Erweiterung der Skigebiete?</b><BR />Sartori: Wir brauchen keine neuen Skigebiete, doch es muss zugelassen werden, dass sich Betriebe weiterentwickeln, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wir dürfen nicht vergessen, dass Skitourismus in vielen Tälern eine wesentliche Rolle spielt und Arbeitsplätze schafft. Man denke nur an die vielen Landwirte, die im Winter einen idealen Nebenverdienst haben.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-64976086_listbox" />