Doch wie macht er das? Und was braucht man, um im Leben und im Job andere zu inspirieren?<BR /><BR /><b>Herr Schweigkofler, sind Inspiration und Leidenschaft heutzutage dünner gesät als früher bzw.: Lassen wir uns heute schwerer begeistern?</b><BR />Manfred Schweigkofler: Ganz im Gegenteil, da ist gerade eine tolle Generation im Kommen, weltweit. Es brodelt an allen Ecken und Enden, überall gibt es begeisterte junge Menschen, die sich neue Zukünfte ausdenken. Start-Ups, Disruptionen, Game-Changer, das macht Freude. Wenn die Schule oder der Arbeitsplatz die Leidenschaft nicht killen, sind Menschen ganz natürlich von sich aus begeistert und begeisterungsfähig. <BR /><BR /><b>Wie wichtig sind Begeisterung und Leidenschaft im Beruf – und wie kann man sie sich bewahren?</b><BR />Schweigkofler: Ohne Begeisterung für das, was man tut, wird man schwerlich erfolgreich sein. Begeisterung ist eine der Kernkompetenzen für Erfolg, ohne sie ist noch nie etwas Großartiges entstanden. Erfolgreiche Unternehmen sehen die Begeisterungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter als Ressource und Kraftquelle und fördern sie. Sonst hat man im Betrieb bald nur mehr Zombies, die ihre Stunden abarbeiten. <BR /><BR /><b>Stichwort Teamwork: Wie schafft man es, andere für die eigenen Ideen zu begeistern?</b><BR />Schweigkofler: Indem man selbst begeistert ist und sich traut, diese Begeisterung zu zeigen. Inspirierende Menschen stacheln an, sie reißen einen mit, sie sind motivierend. Will man als Führungskraft begeistern, muss man imstande sein, ein begeisterndes Bild von der Zukunft zu zeichnen – nennen wir es ruhig „Vision“ – an dem möglichst viele mitarbeiten wollen. <BR /><BR /><b>Wie wird man zur inspirierenden Führungsperson? </b><BR />Schweigkofler: Das ist gar nicht so einfach. Augustinus sagt: „Du kannst in anderen nur etwas entflammen, was selber in dir brennt.“ Also: Prüfe, wofür du brennst. Dann: Strahle aus. Deine Begeisterung muss gesehen werden: Infiziere, stecke an. Wenn du eine „motivierende“ Idee hast, werden dir Menschen gerne folgen. Es muss aber einen nachvollziehbaren Sinn geben. Hier versagen die meisten Vorgesetzten, weil ihre Motive nicht motivierend sind. Es sind dann eben nur Vorgesetzte und keine Führungspersonen; man hat sie von jemandem „vorgesetzt“ bekommen und tut halt, was sie sagen, aber motivationslos. Leader inspirieren, sodass man ihnen gerne und freiwillig nachfolgt. Wer meint, er ist ein Leader, aber niemand folgt ihm nach, ist nur ein einsamer Wanderer … <BR /><BR /><b>Ich habe die Leidenschaft für meinen Job verloren. Und jetzt? </b><BR />Schweigkofler: Kündigen, Job wechseln! Das Leben ist doch zu schade, um 40 Stunden die Woche, 11 Monate im Jahr, 40 Jahre bis zur Rente in etwas zu investieren, was einen zum Zombie macht. Steine sind leidenschafts- und leblos, aber doch nicht Menschen. Versuchen Sie, die eigenen Leidenschaften wieder zu entdecken – jeder Mensch hat 7 bis 10 Begeisterungsfähigkeiten, also Tätigkeiten, die ihn begeistern, wenn er sie tut. Wer die eigene Begeisterung zum Job macht, wird darin wahrscheinlich überdurchschnittlich gut und überdurchschnittlich erfolgreich werden. Und glücklich.<BR /><BR /><b>Sie waren Radiomacher, Rocksänger, Opern-Intendant und vieles mehr: Wie inspirieren Sie sich stets aufs Neue? </b><BR />Schweigkofler: Meine Kompass-Nadel zur Begeisterung ist die Neugier. Wo immer meine Neugier hin will, ich folge ihr. Und dann kommen – als natürliche Begleiter – die kreativen Ideen, und auch die dürfen sich frei entfalten. Das begeistert mich, „Neues“ auszuprobieren. Alltäglichkeit motiviert mich nicht, ich mag „alles-außer-gewöhnlich“.