Montag, 17. Dezember 2018

EU-Direktförderungen: Chancen für Südtiroler Unternehmen

Am Freitag, den 14. Dezember 2018, fand in der Handelskammer Bozen eine Tagung statt, bei der sich alles um die Förderprogramme der Europäischen Union für Unternehmen drehte. Ein besonderer Fokus wurde dabei auf die sogenannten EU-Direktförderungen und deren Potenzial für Südtiroler Unternehmen gelegt. Diese Förderprogramme werden direkt von der EU-Kommission in Brüssel vergeben. Die aufschlussreichen Experten- und Praxisvorträge stießen auf sehr großes Interesse.

Die aufschlussreichen Experten- und Praxisvorträge stießen auf sehr großes Interesse. - Foto: HK
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Die aufschlussreichen Experten- und Praxisvorträge stießen auf sehr großes Interesse. - Foto: HK

Handelskammerpräsident Michl Ebner ist vom Potenzial der EU-Direktförderungen für die Südtiroler Unternehmen überzeugt: „Die erforderliche Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern bietet den Unternehmen zudem die Möglichkeit, sich international besser zu vernetzen und das Wachstum des eigenen Unternehmens auf internationaler Ebene voranzutreiben.“

Die Europäische Union stellt ein breites Spektrum an finanziellen Förderungen für Unternehmen zur Verfügung. Dies bestätigte EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann in seinem Vortrag: „In der neuen EU-Förderperiode von 2021 bis 2027 werden die direkten Förderschienen der EU-Kommission an Bedeutung gewinnen. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Südtiroler Unternehmen bereits frühzeitig mit den Vergabekriterien auseinandersetzen.“

EU-Direktförderungen hierzulande noch relativ unbekannt

Bei den Südtiroler Unternehmen sind die EU-Direktförderungen (zum Beispiel das Forschungsprogramm Horizon 2020 oder das Umweltprogramm Life) allerdings noch relativ unbekannt und wenig genutzt, so Urban Perkmann, Direktor des Amtes für Studien des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung. Besonders der bürokratische Aufwand bei der Antragstellung und die unklaren Bewertungsmechanismen stellen die Unternehmen vor Herausforderungen.

Ebenso wie Perkmann hob auch Luigi Cavaliere von IDM Südtirol sowohl Chancen für Unternehmen wie den Erwerb von Know-how und das Knüpfen von internationalen Beziehungen als auch Herausforderungen wie den hohen Innovationsgrad und die lange Investitionsdauer hervor. Außerdem gab er einen umfassenden Überblick über die verschiedenen direkten Förderprogramme der EU und die neue Förderschiene der Europäischen Investitionsbank, die kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) mit hohem Wachstums- oder Innovationspotenzial fördert.

Einen praxisbezogenen Einblick erhielten die Anwesenden von Federico Giudiceandrea, Gründer und Geschäftsführer des Holztechnologie-Unternehmens Microtec aus Brixen, der von seinen Erfahrungen mit dem EU-Förderprogramm Horizon 2020 berichtete. Von 2013 bis 2015 hatte das Unternehmen mit fünf weiteren Partnern am „WoodSonic Project“ gearbeitet, um eine maschinelle Festigkeitssortierung für Bauholz in KMU-Sägewerken zu ermöglichen.

Netzwerkarbeit von großer Bedeutung

Anschließend stellte Giuseppe Franco, Leiter des Bereichs EU-Projekte und Förderprogramme von IDM Südtirol, das Beratungsnetzwerk Enterprise Europe Network (EEN) vor, das die Internationalisierung von KMUs fördert. Das Netzwerk berät Unternehmen in ganz Europa und unterstützt sie auch bei der Suche nach internationalen Partnern, indem es unter anderem B2B-Meetings und eine eigene Datenbank für Kooperationsanfragen und -angebote anbietet.

Auch Vesna Caminades, Direktorin des Südtiroler Außenamtes in Brüssel, unterstrich die Bedeutung der Netzwerkarbeit in Bezug auf die europäischen Fördermittel und wies auf das Netzwerk „Vanguard Initiative“ hin, das ein neues System der interregionalen Zusammenarbeit darstellt und derzeit in fünf Pilotprojekten erprobt wird.

Der vom WIFO veröffentlichte Bericht Potenzial EU-Direktförderungen – Bekanntheit und Nutzung bei den Südtiroler Unternehmen ist unter folgendem Link verfügbar: www.wifo.bz.it

stol

stol