Sein Ärger richtet sich gegen die geplante EU-Entwaldungsverordnung, mit der künftig für jede Holzschlägerung die Übermittlung von Daten direkt nach Brüssel erfolgen soll, „ein enormer bürokratischer Aufwand – ohne Nutzen“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1012380_image" /></div> <BR /><BR />In Österreich regt sich bereits massiver Widerstand dagegen. Die Waldwirtschaft hat bereits eine Online-Petition gegen die Verordnung eingerichtet. „Wir werden uns am 5. April im Landesbauernrat mit dem Thema befassen und ich gehe davon aus, dass wir unseren Landwirten und allen, die in dieser Wertschöpfungskette Holz arbeiten, empfehlen werden, sich an der Petition zu beteiligen“, so Rinner. <h3> Neues Zertifikat</h3>Der Ausgangspunkt der Verordnung mag ein hehrer sein: Man möchte den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte, die aus entwaldeten Gebieten stammen, in der EU unterbinden. Also etwa keinen Kaffee mehr, für dessen Anbau Regenwald gerodet wurde. Da man eine entsprechende Dokumentation aber nicht nur für Importe festlegen kann, will man ein neues Zertifikat auch innerhalb der EU einführen, „für 8 sensible Produkte, darunter eben auch Holz an sich“, weiß Rinner. <BR /><BR />Man soll also künftig für jeden geschlägerten Baum nachweisen, dass er nicht aus einer Entwaldung hervorgeht. Alle Daten sollen direkt vom Waldbesitzer in die zentrale Datenbank in Brüssel eingegeben werden. Für Rinner „der absolute Wahnsinn“. Nicht nur, dass bereits 100 Prozent der Südtiroler Waldfläche PEFC-zertifiziert sei (ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung), es dürfe auch kein einziger Baum in Südtirol gefällt werden, ohne dass dieser zuvor vom Förster ausgezeigt worden sei. Jede Auszeige wird protokolliert, einschließlich Holzart und Holzqualität. „Es gibt in ganz Italien kein ausgereifteres System als unseres zur Sicherung des Waldbestandes“, ist sich Rinner sicher. Der EU ist all das egal. <h3> Eingabe in die Datenbank</h3>Und so müssten Waldbesitzer künftig zunächst ihre Waldflächen georeferenziert in die EU-Datenbank eingeben. „Für Flächen unter 4 Hektar reicht die Angabe des Flächenmittelpunktes, darüber braucht es die Geodaten für die gesamte Fläche“, erklärt Rinner. Und danach müsse jede Nutzung in die Datenbank eingegeben werden und ein Nachweis einer korrekten Nutzung erbracht werden, um das entsprechende EU-Zertifikat zu erhalten. <BR /><BR />Doch damit nicht genug, verlangt die Verordnung auch von allen nachfolgenden Beteiligten der Wertschöpfungskette nachvollziehbare Angaben über die Produktion inklusive Geodaten – auch für Bücher, Papier und Zeitungen. Beim Holz sind laut Rinner die EU-Pläne schon relativ klar, wie das für die anderen sensiblen Produkte aussehen soll hingegen noch nicht.<BR />